Was ist eine Aktienoption?

Ich zeige auf meinem Blog, wie man mit Aktienoptionen stetigen Cashflow und somit ein stetiges Einkommen erwirtschaften kann. Doch was ist überhaupt eine Aktienoption und wie erzeuge ich damit Einkommen? Dies möchte ich in diesem Beitrag, vor allen Dingen für die Einsteiger, erläutern.

Die Aktienoption – Eine Versicherung für Marktteilnehmer

Eine Aktienoption ist quasi eine Versicherung für Markteilnehmer am Aktienmarkt. Diese kann von den Markteilnehmern dazu genutzt werden, um sich entweder gegen steigende, oder gegen fallende Kurse abzusichern.

Schauen wir uns hierzu als Beispiel zwei Interessensgruppen an.

Die Put-Option – Absicherung gegen fallende Kurse

Ein typischer Langfristanleger, der in Aktien eines Unternehmens investiert ist, spekuliert auf steigende Kurse. Nachdem er bei einem Kurs von 100$ pro Aktie eingestiegen ist, befindet sich die Aktie nun bei 115$. Er möchte sich nun gegen mögliche fallende Kurse absichern und kauft daher eine Put-Option. Damit sichert er sich das Recht, bis zu einer bestimmten Frist 100 dieser Aktien zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Unabhängig davon, wo die Aktie zum Zeitpunkt der Ausübung dieses Rechts steht. Für diese Put-Option zahlt er eine Gebührt, die wir im folgenden mit Premium bezeichnen, an den Put-Verkäufer. Der Put-Verkäufer trägt nun das Verlustrisiko, sollte die Aktie unter diesen festgelegten Preis fallen und es zur Ausübung des Verkaufsrechts kommt.

Eine Absicherung gegen steigende Kurse bietet die Call-Option.

Die Call-Option – Absicherung gegen steigende Kurse

Ein Trader hat 100 Aktien zum Preis von 100$ leer verkauft und spekuliert somit auf fallende Kurse. Die Aktie läuft in seine spekulierte Richtung und steht nun bei 95$. Um das Risiko zu begrenzen kauft er sich eine Call-Option, die ihm das Recht gibt, 100 dieser Aktien zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Für die Call-Option bezahlt er dem Call-Verkäufer eine Prämie. Dieser hat die Pflicht diese 100 Aktien zu liefern, sollte der Call-Käufer von seinem Recht Gebrauch machen. 

Auch hier wird der Call-Verkäufer für sein Risiko bezahlt, die Aktien unabhängig vom aktuellen Kurs bereit zu stellen. Er trägt somit das volle Kursrisiko. 

Die Rechte und Pflichten der Teilnehmer im Optionshandel

Wie wir an dem Beispiel oben schon gesehen haben, gibt es zwei Gruppen im Optionshandel. Die Optionsverkäufer und die Optionskäufer. Bietet ein Optionsverkäufer eine Optionen zum Verkauf an, so nennt man dies im Fachjargon “Schreiben einer Option”. Der Optionsverkäufer geht hierbei “Short”, der Optionskäufer “Long”. 

Kommt nun eine Transaktion zwischen Verkäufer und Käufer zustande gehen beide Parteien Rechte und Pflichten ein. Diese schauen wir uns nun im Folgenden näher an.

Die Rechte des Optionskäufers

Der Optionskäufer, unabhängig davon, ob es sich um eine Long- oder Call-Option handelt, hat keine Pflichten. Er erhält jedoch mit dem Kauf der Option das Recht die gekaufte Option auszuüben. Handelt es sich um eine Call-Option, kann der Käufer damit (muss aber nicht) 100 Aktien zum fest gelegten Preis bis zu einem Stichtag kaufen

Handelt es sich um eine Put-Option kann der Käufer der Option (muss aber nicht) 100 Aktien bis zu einem fest gelegten Stichtag zu einem festgelegten Preis (Strikepreis) verkaufen

Die Pflichten des Optionsverkäufers 

Der Verkäufer, der Schreiber der Aktienoption, hat keine Rechte. Dieser hat nur die Pflicht 100 Aktien als Vertragspartner des Käufers zu liefern oder entgegen zunehmen. Wir erinnern uns: 

  • Übt der Käufer der Call-Option sein Recht aus, hat der Optionsverkäufer die Pflicht 100 Aktien zu liefern.
  • Übt der Käufer der Put-Option sein Recht aus, hat der Optionsverkäufer die Pflicht 100 Aktien abzunehmen.

Und das zu einem festgelegten Preis, bis zu einem festgelegten Stichtag. Schauen wir uns im nächsten Schritt die Bezeichnung einer Option an. 

Die Bedeutung der Bezeichnung einer Aktienoption

Wir haben im Vorherigen schon einige Fachwörter geklärt. Nun kommen wir zur Bezeichnung einer Aktienoption und deren Bedeutung. Aus dem vollständigen Bezeichnung lassen sich Typ, Basiswert, Strikepreis und Laufzeit ableiten.

Aufbau Aktienoption Der Veroptionierer
Aufbau Aktienoption


Der Basiswert

Eine Option bezieht sich immer auf einen fest gelegten Basiswert. Hierbei kann es sich um klassische Aktien, aber auch um Indizes, Rohstoffe, Futures oder ETFs handelt. Bei Aktienoptionen bezieht sich eine Option immer auf 100 Aktien. Unabhängig davon, ob es sich um eine Call- oder Put-Option handelt.

Die Laufzeit

Wie bereits im vorherigen Absatz beschrieben, hat eine Aktienoption immer eine begrenzte Laufzeit. Diese kann von wenigen Tagen bis hin zu Jahren andauern. Sehr langlaufende Optionen werden auch als LEAPs bezeichnet. LEAPs leitet sich von der englischen Bezeichnung “Long Term Equity Anticipation Securities” ab. Für meine Einkommensstrategie verkaufe ich üblicherweise Aktienoptionen mit Laufzeiten zwischen zwei Wochen und 8 Wochen.

Die meisten Optionen verfallen immer am dritten Freitag des Monats. Mittlerweile gibt es bei liquiden Aktien aber auch ausreichend Wochenoptionen. Diese verfallen dann am ersten, zweiten oder letzten Freitag des Monats.

Der Strikepreis

Der Strikepreis ist der vorher festgelegte Preis zu dem der Basiswert durch den Optionsschreiber (Verkäufer) entweder gekauft werden muss (Put), oder geliefert werden muss (Call).

Je nach Basiswert (Underlying) und Laufzeit findet man Abstufungen bei den Strikes zwischen 0,50$ bis 5$ und mehr. Dies ist des weiteren auch stark abhängig von dem aktuell Preis der Aktie, also des Basiswertes. Aktienoptionen günstiger Aktien haben kleinere Preisabstufungen, während Optionen teurerer Aktien, größere Abstufungen aufweisen.

Der Typ

Über die beiden Typen Call und Put haben wir ja bereits ausführlich gesprochen. Diese findet der Optionshändler auch in der Bezeichnung der Aktienoption wieder.

Zusammenfassung

Eine Aktienoption ist für den Optionskäufer eine Versicherung gegen steigende bzw. fallende Kurse. Dieser zahlt dem Verkäufer der Option hierfür eine Gebühr (Prämie), damit er das Risiko von möglichen Kursverlusten trägt. Der Schreiber der Option (Verkäufer) agiert wie ein Versicherungsunternehmen und generiert Cashflow durch die Prämieneinnahmen.

Das Recht des Optionskäufers ist gleichzeitig die Pflicht für den Optionsverkäufer. Dieser hat die Pflicht bei Optionsausübung des Käufer entweder 100 Basiswerte (bei Aktienoptionen) zu einem fest gelegten Strikepreis zu liefern oder zu übernehmen. Diese Rechte und Pflichten verfallen nach der Laufzeit der Option.

In der Bezeichnung der Option spiegeln sich, Basiswert, Laufzeit, Strikepreis und Typ wieder.

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