Warum du deine Finanzen selber in die Hand nehmen solltest

Aktives vs. passives Investieren

Die meisten Menschen, die ich kenne, investieren entweder überhaupt nicht und lassen das Geld auf dem Konto durch die Inflation weniger werden, oder investieren passiv.

Im folgenden Beitrag möchte ich dir ein paar Punkte an die Hand geben, wieso auch du dir Gedanken über ein etwas aktiveres Investieren machen solltest.

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Der Mythos vom passiven Investieren

Zu passives Investieren zählt für mich jede Anlageform, bei der jemand anderes mein Geld verwaltet und ich somit nur noch bedingt eine Einflussnahme auf die Verwendung meines Geldes habe. Meistens zieht das passive Investieren auch eine Managementgebühr nach sich, die der Anleger an den Verwalter zu errichten hat.

Die vermutlich beliebtesten passiven Investments sind die Fonds und ETFs. Während Fonds noch aktiv gemanagt sind, d.h. der Fondsmanager kauft und verkauft Aktien für den Fond je nach Anlagestrategie, bilden die ETFs üblicherweise einen Index nach. Entsprechend sind die Gebühren bei Fonds höher, wie bei ETFs. Auf die Gebührenstruktur möchte hier aber nicht näher eingehen.

Ich selber war auch eine Zeit lang ein Verfechter von ETFs. Warum? Ganz einfach: Es klingt so schön einfach pro Monat einen Betrag ab 50 EUR in einen ETFs zu stecken und sich ein paar Jahrzehnte später über eine Kapitalvermehrung zu freuen. Doch als ich erstmal anfing, mit aktiv mit dem Trading zu beschäftigen, machte ich mir Gedanken darüber, ob passive Investmentanlagen denn die beste Lösung für mich persönlich sind.

Heute kann ich sagen, dass weder Fonds noch ETFs für mich an erster Stelle kommen. Einige der Gründe beschreibe ich im folgenden Artikel.

Passives InvestierenAktives Investieren / Traden
+ Kein Vorwissen notwendig+ Volle übernähme der Verantwortung
+ (kostenlose) Sparpläne möglich+ Sehr hohe Renditen möglich
+ Geringer Zeitaufwand+ Persönliche Weiterentwicklung
– Verantwortung wird abgegeben+ Lernen ein Business zu führen
– “Nur” durchschnittliche Rendite, bei Fonds meistens noch geringere Rendite+ Eigenes Risikomanagement
– Hohes Risiko, da jemand anderes dein Geld verwaltet (Blackbox)– Höherer Zeitaufwand

In der oben gelisteten Tabelle sind einige positive, sowie negative Merkmale des passiven und des aktiven Investierens aufgeführt.

Während passives Investieren einfach ist, so bleibt die Rendite begrenzt und die Verantwortung wird abgegeben. Eben so durchläufst du keine Lernerfahrung und persönliche Weiterentwicklung bleibt auf der Strecke.

Das aktive Investieren wiederum erfordert die vollständige Übernahme der persönlichen Verantwortlich für dein Handeln. Dies wiederum ist mit einem höheren Zeitaufwand verbunden, der sich aus meiner Sicht aber lohnt.

Nachteile des passiven Investierens

Du gibst die Verantwortung ab

Einer der aus meiner Sicht größten Nachteile beim passiven Investieren ist für mich der Entzug aus der Verantwortung. Die meisten Menschen wollen sich nicht mit ihrem Geld beschäftigen und damit, wie sie selber ihr Geld vermehren können. Viel mehr suchen sie Dritte, die viel Rendite versprechen und durch die sie schnell reich werden können. Wenn die Rendite der passiven Anlageform rückwirkend passt, dann ist alles gut. Doch wenn die Rendite plötzlich schlechter ist, wie angepriesen, oder die Anleger sogar ihr Geld verlieren, dann sind wieder die anderen Schuld.

Damit ist das Risiko bei passiven Einlagen teilweise sogar deutlich größer, wie man selbst gemanagten aktiven Anlagen. Denn bei aktiv gemanagten Anlagen gehört neben der eigenen Strategie auch ein Risiko- und Moneymanagement dazu. Gerade letzteres ist bei passives Einlagen teils schwer zu durchschauen und der Anleger verlässt sich auf den Fondsmanager (bei Fonds) oder auf den Markt (bei ETFs)

Daher rate ich jedem sich selber aktiv, um sein Geld zu kümmern. Seien es eigene Tradingstrategien oder z.B. die Direktanlage in Immobilien. Jeder hat eine eigene Persönlichkeit und musst das Investmentvehikel finden, was zu seinem Charakter passt. Denn nur so lernst du langfristig mit dem Risiko umzugehen.

Ein weiterer netter Nebeneffekt, wenn du selber aktiv Investierst:
Du übernimmst 100 % Verantwortung für deine Anlagen und lernst indirekt wie ein Business funktioniert. Denn langfristiger Erfolg beim Investieren bedeutet auch, ein System für dich zu erschaffen, mit dem du wachsen kannst und Geld verdienst.

Du bekommst “nur” die marktübliche Rendite

Ein Blick auf die inflationsbereinigten Renditen aus diversen Ländern weltweit, zeigt die durchschnittliche Rendite, die in den entsprechenden Märkten zu holen ist. Dabei siehst du auf den ersten Blick, dass die Rendite langfristig bei 7-8 % einpendelt.

country stock market returns risk adjusted
Durchschnittliche Rendite am Aktienmarkt weltweit (inflationsbereinigt)
Quelle: https://engineeredportfolio.com/2017/07/30/which-country-has-the-best-stock-market/

Eine Rendite von 6-7 % ist natürlich besser gegenüber Tagesgeld oder dem Sparschwein. Nichtsdestotrotz gibt es im Falle von Indexinvestments, wie es in der Form von ETFs möglich ist, langfristig nicht viel mehr herauszuholen. Hier musst du selber entscheiden, ob du den einfachen Weg z.B. über Indexfonds gehen willst, oder du höhere Renditen erwirtschaften möchtest. Letzteres ist natürlich mit eigenem Aufwand verbunden.

Du lernst nichts und entwickelst dich nicht weiter

Passives investieren ist, wie der Name schon sagt passiv. Das heißt, du spielst hier keine aktive Rolle. Du brauchst keine Tradingstrategie, Moneymanagement, Stopp-Loss Regeln oder Regeln um den Gewinn mitzunehmen. Infolgedessen gibst du die Verantwortung dem Markt (Indexfonds) oder einem Fondmanager (Investmentfonds), der dein hart erarbeitetes Geld verwaltet.

Somit lernst du hier nicht, die Verantwortung selber für dein Kapital zu übernehmen, sondern gibst diese Verantwortung ab. Die meisten Menschen, die ich kenne, investieren entweder gar nicht, oder greifen oder entsprechende Anlageprodukte zurück. So besteht gar nicht erst die Möglichkeit, dass du aus deinen Fehlern lernst und deine Investmentstrategien weiter entwickeln kannst. Du bleibst vom Wissen her dort stehen, wo du angefangen hast.

Fazit

Natürlich haben passive Anlageformen auch Vorteile. Einige davon habe ich in der Tabelle oben aufgelistet. Ich sage nicht, dass passive Anlageformen generell schlecht sind oder man diese mit aller Gewalt meiden müsse. Viel mehr solltest du dir Gedanken darüber machen, ob du höhere Renditen, wie der Durchschnitt erzielen und dich persönlich dabei weiter entwickeln möchtest. Dadurch übernimmst du Verantwortung, die sich durchaus auf andere Lebensbereiche wieder spiegeln kann. Während viele Fondanleger den Fondmanager oder das Wetter für schlechte Rendite verantwortlich machen, arbeitest du so stetig an dir und deiner Investmentstrategie weiter. Damit lernst du stetig und veränderst auch dein Mindset ins Positive.

Gibst du deine Investments in andere Hände oder übernimmst du selber die Verantwortung? Dies bleibt ganz alleine dir überlassen. Auf meiner Seite zeige ich dir, welche Renditen durch eine passende Tradingstrategie möglich ist. Möchtest du auch den Optionshandel erlernen?

Dann schaue gerne auf meiner Wissensseite vorbei oder trage dich gerne hier ein, wenn du Updates erhalten möchtest:

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6 Gedanken zu “Warum du deine Finanzen selber in die Hand nehmen solltest

  1. Interessante Sichtweise, aber ich sehe es komplett anders. Kommt halt immer drauf an von welcher Seite man das sieht.

    Wenn ich mir einen ETF selber aussuche und diesen bespare beschäftige ich mich doch schon damit.
    Was heißt genau passiv investieren? Letztendlich sollte man doch möglichst breit streuen. ETF, Immobilien, Tagesgeld (Sicherheit) etc. Letztendlich sind doch auch z.B. Mieteinnahmen passiv.
    Ist man auf lange Sicht besser als der Markt? Als Freizeittrader mit begrenzter Zeit und Wissen? Klar das Wissen könnte man sich irgendwie aneignen, aber reicht das?
    Persönliche Weiterentwicklung, ich kann passiv investieren und trotzdem mich in bestimmte Finanzthemen weiter einlesen. Ich besuche auch Vorträge, lese Bücher etc. Das Eine schließt das Andere nicht komplett aus.

    1. Hi Sven,

      danke für deinen Kommentar. Wie du schon beschreibst, gibt es ja nicht nur eine einzige Sicht auf das Thema. Im Artikel habe ich nur meine Sichtweise beschrieben und jeder muss für sich selber einen passenden Weg finden :-).

      Beste Grüße
      Chris

  2. Provokativ… aber falsch. Wenn sich jemand entscheidet, in einen Fonds, ETF, etc. zu investieren, dann ist das eine aktive Entscheidung, für die man mit seinem investierten Vermögen geradesteht.

  3. Du schreibst bei den Nachteilen des passiven investierens:

    „ “Nur” durchschnittliche Rendite, bei Fonds meistens noch geringere Rendite„

    Konsequenterweise müsstest du dann bei den Nachteilen des aktiven Investierens aufführen

    „Statistisch unterdurchschnittliche Rendite“

    Ich bin kein Fan von gemanagten Fonds. Du nimmst aber eben auch ETFs mit ins Boot.
    Fakt ist allerdings dass statistisch gesehen die weit überwiegende Mehrheit der Privatanleger nicht einmal die durchschnittliche Marktrendite einfährt.

    Ich möchte keinesfalls deine finanziellen Fähigkeiten in Frage stellen. Aktuell gibt es jedoch einige Börsengurus, die den Markt schlagen.
    Innerhalb eines Bullenmarktes den Markt zu schlagen, indem man bspw. In Amazon, Facebook, Apple investiert, ist allerdings noch lange kein Beweis, dass man auf Jahre oder Jahrzehnte ebenfalls über dem Markt liegen wird

    Wie gesagt möchte ich deine Leistung nicht schmälern, vielleicht zählst du ja zu der kleinen Minderheit, der dieses Kunststück auf Dauer gelingt. Auf die Mehrheit deiner Leser wird das allerdings auf lange Sicht gesehen einfach statistisch nicht zutreffen.

    1. dann wird es aber auf lange Sicht auch nicht auf die Mehrheit der passiven Anleger zutreffen 😉

      Denn in der Statistik sind nicht nur aktive Anleger berücksichtigt. Das wird leider immer wieder von ETF’ler vergessen zu erwähnen! Davon ab, wer sagt eigentlich, dass ein aktiver Anleger immer den Markt schlagen muss? Ein Jahr mit mehreren 100% reicht einem aktiven Anleger meist aus, um auf Jahrzehnte mehr Kohle verdient zu haben als ein passiver der immer nur mit den Gezeiten der Börse schwimmt.

    2. Hi Peter,

      danke für deinen Kommentar. Das schöne ist ja, dass jeder diesbezüglich eine eigene Meinung hat und so sollte das ja auch sein. Die meisten Menschen haben halt keine Lust sich mit dem Thema detaillierter zu beschäftigen. Ich persönlich halte es auch für sehr schwierig mit Stock-Picking sein Geld zu verdienen. Bei Optionen ist das schöne, dass wir als Optionsverkäufer einen statistischen Vorteil haben. Den habe ich bei reinen Aktientrades nicht.

      Natürlich sind z.B. breiten Sparplaninvestments in ETFs immer noch besser, als sein Geld auf dem Konto liegenzulassen. Zumindest über mehrere Jahre (Jahrzehnte) gerechnet.

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