Triple Cashflow – Eine stressfreie Cashflowstrategie mit Optionen

Short Put Strategie

Die meisten Optionshändler kaufen oder verkaufen einzelne Optionen und betrachten den einzelnen Trade als abgeschlossen, sobald die Position wieder geschlossen wird.

Im folgenden Artikel möchte ich dir eine geschlossenen Strategie zeigen, mit dem du gleich mehrfach mit Optionen auf dem selben Basiswert Cashflow generieren kann. Dabei generiert du sowohl Prämien durch den Verkauf von Optionen, wie auch durch Dividendeneinnahmen.

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Die Strategie ist relativ simpel und gleichzeitig stressfreier, wie andere Strategien. Diese setzt aber voraus, dass du einen für dich passenden Basiswert nutzt, um so maximal von dieser Strategie zu profitieren.

Schauen wir uns nun diese Strategie.

Übersicht der Strategie

Die Strategie besteht aus folgenden einzelnen Schritten:

  1. Verkaufe einen oder mehrere Puts auf einen Basiswert, den du auch im Depot haben würdest.
  2. Kaufe den Put mit Gewinn zurück und steige bei 1. wieder ein, oder
  3. Lasse den Basiswert einbuchen und kassiere die volle Prämie der Option
  4. Schreibe Covered Calls in der Anzahl deiner Aktien im Depot
  5. Kassiere Dividenden
  6. Schließe die Covered Calls mit Gewinn und schreibe erneut covered Calls, oder
  7. Lasse die Aktien ausbuchen.
  8. Starte wieder bei 1.
Übersicht der Strategie “Evolution des Short Puts”

Kommen wir nun zu den Details. Die hier beschriebene Strategie gibt den Rahmen vor.

Die Strategie im Detail

Verkaufe einen oder mehrere Puts auf Aktien, die du auch im Depot haben würdest

Am Anfang steht die Auswahl des Basiswertes, sprich die Auswahl der Aktie, auf die du den oder die Puts schreibst. Diese Strategie zielt darauf ab, während der Haltezeit der Aktien Dividenden zu kassieren. Daher sollte es sich bei dem Basiswert um eine starke Dividendenaktie handeln. Deutsche und europäische Werte schließe ich persönlich hierfür generell aus, da diese nur maximal einmal im Jahr Dividende zahlen. Also fokussiere ich mich hier auf US Werte. Genauer gesagt US Werte, die mindestens viermal im Jahr eine Dividende zahlen. Und das seit mindestens 12 Jahren. Damit haben Sie bereits die letzte Finanzkrise überlebt und auch dabei Dividenden gezahlt. Dabei sollten sie die Dividende mindestens einmal im Jahr gesteigert haben.

Nicht alle Basiswerte besitzen ausreichend liquide Optionen. Daher solltest du darauf achten, dass zu dem Basiswert ausreichend Strikes verfügbar sind, zu denen mindestens 300 Optionen offen sind.

Als nächstes bietet sich ein Blick auf den Chart an:

  • Befindet sich die Aktie in einem mittelfristigen Aufwärtstrend?
  • Gibt es Unterstützung und Widerstände?
  • Bietet sich eine Unterstützung in der Nähe des aktuellen Kurses für den Put Strike an?
  • Usw..

Hier gibt es kein richtig oder falsch und du solltest dir deine eigenen Einstiegskriterien entwickeln. Ich favorisiere hier Strikes unter der nächsten Unterstützung, sofern die Aktie im Aufwärtstrend ist.

Auch hinsichtlich der Auswahl der Optionslaufzeit gibt es kein richtig oder falsch. Da der Zeitwertverfall der Option jedoch zum Ende der Laufzeit hin stark zunimmt, bieten sich 30-45 Tage Laufzeit an.

Nachdem du die Position eröffnet hast, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Aktie steigt und du kannst den Put mit zum Beispiel mindestens 50 % Gewinn zurückkaufen oder die Aktie fällt unter deinen Strike.

Im ersten Fall startest du einfach wieder bei 1) und freust dich über die Prämie. Im zweiten Fall besteht nun die Wahrscheinlich, dass die Option durch den Optionskäufer ausgeübt wird. Das macht aber nichts, da wir ja damit rechnen die Aktien ggf. im Depot zu haben.

Tritt der zweite Fall ein, dann geht es wie folgt weiter.

Put auslaufen und Aktien einbuchen lassen

Nachdem der Kurs der Aktie nun unter dem Strike deiner Option notiert, besteht die Gefahr, dass der Optionskäufer von seinem Recht Gebrauch macht. Damit transferiert er die Aktien zum Strikepreis in dein Depot. Je näher die Option ans Ende ihrer Laufzeit kommt, desto geringer ist der Zeitwert und desto höhere ist die Ausübungswahrscheinlichkeit.

Wird die Option nun ausgeübt, kannst du dich über 100 oder ein vielfaches von 100 an neuen Aktien in deinem Depot freuen. Je nachdem, wie viele Optionen du geschrieben hast.

Covered Call auf den Basiswert schreiben

Als Nächstes folgt der Verkauf von Covered Calls auf den Basiswert. Hiermit generierst du zum zweiten Mal Cashflow mit der Einnahme der Prämie des Calls. Der Strike sollte mindestens am Durchschnitts(kauf)kurs deiner Aktien liegen. Im Idealfall liegt der Strike der Covered Calls über deinem Einstiegskurs und so realisierst du im “worst case”, sollte der Call ausgeübt werden, sogar noch Aktiengewinne.

Auch hier solltest du dich auf kürzere Options-Laufzeiten von maximal 45 Tage konzentrieren. Denn der Zeitwertverfall arbeitet hier wieder am stärksten für uns.

Berücksichtige bitte auch den Dividendenabschlag des Kurses am Tag, an dem Ex-Dividend vorliegt. Dieser führt dazu, dass der Wert der Aktie ungefähr um die Dividendenausschüttung einbricht. Dies führt zu geringeren Prämien, da im effizienten Optionsmarkt diese Abschläge bereits eingepreist sind. Daher solltest du dir überlegen, den Strike etwa um den erwarteten Abschlag anzupassen.

Nachdem du den Covered Call aufgesetzt hast, heißt es nun wieder stillhalten und abwarten.

Stillhalten und Dividenden kassieren

Wie ich eingangs geschrieben haben, ist die Aktienauswahl bei dieser Strategie essenziell. Denn wir wollen ja nun mindestens einmal im Quartal eine Dividende kassieren und so unseren Cashflow mit der Aktie erhöhen. In diesem Schritt gibt es nicht viel zu tun. Außer sich über die Dividendenerträge zu freuen.

Nach einigen Tagen oder Wochen können wir unseren Covered Call entweder mit Gewinn zurück kaufen oder der Aktienkurs liegt über dem Strike des Calls. Im ersten Fall erfreuen wir uns wieder über die Prämie, realisieren den Gewinn bei mindestens 50 % Gewinn und schreiben erneut einen Covered Call.

Liegt der Aktienkurs aber über dem Strike des Calls besteht auch hier wieder die Gefahr, dass uns die Aktien “weg-gecalled” werden (daher heißt der Call auch so). Dies sollte uns aber nicht weiter stören, da dies zu unserer Strategie gehört.

Lassen wir die Position also nun bis zum Ende der Laufzeit offen. Sollten die Aktien nun ausgebucht werden, freuen wir uns unter Umständen (je nach Strike) über ein Aktiengewinn und können wieder zu Schritt 1. springen.

Fazit

Die beschriebene Optionsstrategie bietet eine stressfreie und einfache Möglichkeit, gleich mehrfach Cashflow mit einem Basiswert zu genieren. Zum einen generieren die Put und Call Optionen Cashflow. Zum anderen bescheren uns die richtig ausgewählten Basiswerte noch Dividendeneinnahmen, solange wir diese im Depot haben.

Es handelt sich dabei wieder um eine von, wenn nicht, hunderten Optionsstrategien. Der Beitrag dazu sollte einen Rahmen bieten, den jeder so ausgestalten kann, wie er möchte. Es gibt hier kein richtig oder falsch, sondern die Strategie muss zu dir passen und du musst dich damit wohlfühlen. Denn nur so wirst du auch langfristig erfolgreich sein.

Für mich handelt es sich bei dieser Strategie um eine Strategie von vielen. Diese gehört mich in die Toolbox eines jeden Optionsverkäufers und Stillhalters.


Chris

Der Veroptionierer

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9 Gedanken zu “Triple Cashflow – Eine stressfreie Cashflowstrategie mit Optionen

  1. Spricht etwas dagegen – vorausgesetzt die Position ist noch nicht zu groß – nach dem Einbuchen der Aktien einen weiteren Put und einen (covered) call zugleich zu verkaufen?

    1. Moin Alpentrader,

      die Strategie lässt sich natürlich anpassen und es spricht nichts dagegen einen Strangle zu verkaufen. Damit erhöht du ja nochmal den Cashflow. Sollte die Aktie jedoch weiter absacken und der Put im Geld landen, sitzt du ggf. später auf 100 Aktien mehr oder musst den Put entsprechend rollen.

      Beste Grüße
      Chris

  2. Sehr schöne Darstellung, ich mache dies genauso, teilweise (je nach Einschätzung der Aktie und freiem Cash) auch wie oben beschrieben mit Strangles.

  3. Hi Chris,

    Im Englischen heisst die Strategie “The Wheel”. Verfolge ich schon seit 1-2 Jahren, aber selbst habe ich damit noch keine praktischen Erfahrungen.

    Die Strategie ist in sich logisch. Das einzige Problem welches ich sehe ist, dass man sich damit etwas die Sicht auf den Wert verstellt. Die fundamentale Analyse kann durch eingebuchte Aktien getrübt werden – in die eine oder andere Richtung. Insgesamt aber eine interessante Strategie und vielleicht wirst du diese mal mit Wirecard oder anderen Werten ausprobieren.

    Noch eine konkrete Frage: Werden bei deinem IB Account die Aktien direkt eingebucht oder es monetär verrechnet?

    Danke,
    Philipp
    (Marxen Brothers)

    1. Hi Bastian,

      ja genau. Oder auch “Wheel of Fortune”. Wobei ich “Wheel of Fortune” nicht so wirklich sinnig finde, da dies immer mit Glücksrad in Verbindung gebracht wird.

      Was meinst du denn mit “Sicht kann getrübt werden”? Die Fundamentaldaten können sich natürlich immer ändern und somit kann es auch sein, dass der Basiswert auf einmal nicht mehr infrage kommt. Die Entscheidung würde ich aber nicht davon abhängig machen, ob dieser Wert nun im Depot ist oder nicht.

      Bezüglich Einbuchung der Aktien: Wird der Put ausgeübt, so werden mir die Aktien entsprechend eingebucht und ich habe sie im Depot.

      Beste Grüße
      Chris

      1. Hi Chris,

        alles klar. Ich dachte ich hätte irgendwo gelesen, dass es bei IB monetär verrechnet wird. Bei mir wurde noch nichts eingebucht, kann dazu also noch nichts sagen.

        Du hast Recht: Die Fundamentaldaten sind dabei wichtig. Bei mir persönlich sehe ich das emotionale Problem, wenn ich mich zu sehr mit “The Wheel” und den Werten im Portfolio beschäftige, dass ich dann ggf. nicht mehr die Fundamentaldaten so würdige, wie nötig. Aber das ist einfach ein persönlicher Punkt und wenn du davon komplett unabhängig agieren kannst, dann ist dies natürlich ein riesiger Vorteil!

        Beste Grüße,
        Philipp (einen Bastian kenne ich nicht, da hattest du einen Namen durcheinander geworfen)

        1. Ups sorry. Philipp natürlich 🙂

          Das kommt davon, wenn man hier zwischen Tür und Angel „mal eben“ antworten will 😃.

          Zu deinem letzten Punkt. Daher sehe ich es als einen der wichtigsten Punkte überhaupt seine eigene Strategie zu definieren und nicht blind etwas nach zu traden.

          Beste Grüße
          Chris

  4. Hi Chris,

    vielen Dank und großes Lob für den interessanten Artikel!

    Ich finde dieses System auch sehr attraktiv und möchte es gerne ausprobieren, dazu habe ich jedoch noch folgende Frage:
    Wenn Du einen Put geschrieben hast und der Kurs des Underlyings läuft stark gegen Dich, wann rollst Du Deinen Put nach unten bzw. wann wartest Du einfach ab? Hängst Du das an die Restlaufzeit oder an die Höhe des Verlustes bei Einbuchung, wenn der Put im Geld ist? Oder Beides?

    Vielen Dank für Deine Hilfe!

    Viele Grüße,
    Marcel

    1. Hi Marcel,

      das kommt generell natürlich immer auf die Strategie an.

      Bei der hier beschriebenen Strategie rolle ich die Puts gar nicht, da ich Aktien auswähle, die ich sowieso gerne zu diesem Strike im Depot hätte. Daher ist die Strategie auch relativ stressfrei.

      Anders sieht es bei den Covered Calls aus. Solltest du die Aktien dann nicht loswerden wollen, kannst du die Calls zum Beispiel rollen, sofern diese im Geld sind und die Laufzeit kürzer als 14 Tage ist. Dies ist aber auch nur eine von vielen Möglichkeiten.

      Beste Grüße
      Chris

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