So erkennst du, ob Panik am Aktienmarkt vorliegt

Mit der Hilfe meines Market Breadth Monitors lässt sich die aktuelle Stimmung am Aktienmarkt interpretieren, indem verschiedene Indikatoren und Kennzahlen ausgewertet werden. Relativ neu implementiert habe ich nun einen Panik-Indikator der auswertet, ob zur Zeit Panik am Markt vorliegt.

Panik-Inditkar im Market-Breadth Monitor

Unter bestimmten Voraussetzungen bieten diese panischen Situationen Gelegenheiten, um ordentlich Geld zu verdienen. Im Folgenden möchte ich dir zeigen, wie mein Panik-Indikator arbeitet und welche Daten ich dafür auswerte.

Wofür ich den Panik-Indikator nutze

Rothschild soll mal gesagt haben: “Kaufe, wenn Blut in den Straßen fließt”. Was hat er damit gemeint?

Auf die Börse bezogen bedeutet dies genau dann zuzuschlagen, wenn die Masse der (Klein-)Anleger panisch ihre Aktien abstößt und verkauft.

Man muss kaufenwenn in den Straßen Blut fließt

Rothschild

Wenn die meisten Markteilnehmer in Panik verfallen, verdienen die “smarten” Marktteilnehmern das meiste Geld. Doch wann genau liegt eine solche Panik vor? Genau hierfür ist der Panik Indikator.

Mit relativ hoher statistischen Wahrscheinlichkeit lässt sich mit Hilfe von sechs unterschiedlichen Indikatoren, die ich weiter unten noch im Detail beschreiben, der ungefähre Tiefpunkt am Markt bestimmen. Zum Zeitpunkt, wenn der Markt den Tiefpunkt ausprägt, herrscht die größte Panik. Gleichzeitig ist dieser Zeitpunkt für viele institutionelle Anleger die Gelegenheit, viel Geld in den Markt zu bringen und günstig einzukaufen. Damit wird die Trendwende eingeleitet.

Anstieg des Volatilitätindexes (VIX) durch Unsicherheit im Markt

Das schöne für uns Stillhalter ist nun:

Beim Vorliegen einer solchen Panik, steigt die Volatilität rapide an. Aufgrund dieses Volatilitätsanstiegs klettern auch die Prämien, die für Optionen gezahlt werden, in den Himmel. Und dann klingelt die Kasse.

Nun wollen wir mit möglichst wenig Risiko Optionen schreiben. Dieses Kriterium ist für mich in einer Panik erfüllt, wenn mindestens vier der folgenden sechs Panikzeichen vor liegen. Da dann die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, den Tiefpunkt erreicht zu haben bzw. nahe am Tiefpunkt zu sein.

Eine Strategie, die sich gerade zu Panikzeiten umsetzen lässt, ist meine konservative Cashflowstrategie mit Dividendenaktien. Man muss jedoch bedenken, dass man unter Umständen in einen Abwärtstrend hinein Optionen schreibt.

Die Panikzeichen

Kommen wir nun zu den eigentlichen Panikzeichen. Wie oben bereits beschrieben, werte ich für den Panik-Indicator im Market Monitor sechs verschiedene Panikzeichen aus. Hierzu gehören:

  • VIX – Der Volatilitätsindex
  • VVIX – Die Änderungsgeschwindigkeit der Volatilität
  • PCR – Die Put-Call Ratio
  • A/D Rate – Advance/Decline (am letzten Handelstag)
  • Der Fear & Greed Index
  • NH/NL Rate – New High / New Low (innerhalb der letzten 52 Wochen)

Eine Beschreibung der oben genannten Indikatoren findest du hier. Alleine für sich sind die Panikzeichen nur bedingt aussagekräftig. Das große Gesamtbild einer möglichen Panik entsteht erst dadurch, dass mindest vier der sechs Panikzeichen gleichzeitig aktiv sind.

1. Panikzeichen: VIX > 20

Der VIX ist der Volatilitätsindex der CBOE. Er misst die zu erwartende Volatilität aus den S&P 500 Aktienoptionen.

Für sich alleine gestellt sagt ein VIX über 20 noch nichts über eine mögliche Panik aus. Ein hoher VIX führt generell immer zu hohen Prämien der Optionen, denn es herrscht viel Unsicherheit im Markt und die Marktteilnehmer zahlen mehr für Absicherungen gegen fallende Kurse (Put Optionen).

VIX – CBOE Volatilitätsindex, Wochenkerzen

Gut zu erkennen auf dem oben genannten Chart sind die Ausbrüche der Volatilität nach oben. Dies war zum Beispiel bei der großen Finanzkrise um 2009 der Fall, aber auch bei stärkeren Korrekturen nach unten peakt die Volatilität.

Das erste Panikzeichen liegt somit vor, wenn der VIX größer als 20 ist.

2. Panikzeichen: VVIX > 140

Während der VIX die erwartete Volatilität der S&P 500 Aktienoptionen misst, handelt es sich bei dem VVIX um einen Index, der die Änderungsgeschwindigkeit des VIX darstellt. Steigt der VIX in einer kurzen Zeitspanne sehr schnell an, so ist der VVIX entsprechend hoch. Mathematisch handelt es sich quasi um die 1. Ableitung des VIX.

VVIX – CBOE VIX Volatilitätsindex, Wochenkerzen

Steigt der VVIX auf Werte über 140, so ist ein weiterer Indikator für das Vorliegen einer Panik.

Auf der oberen Abbildung zum VVIX kann man wieder schön die Ausreißer nach oben erkennen. Zuletzt lag der VVIX im letzten Quartal 2018 bei über 140 und der Markt hat ordentlich korrigiert.

3. Panikzeichen: PCR > 1,4

Die Put-Call Ratio (PCR) gibt das Verhältnis zwischen gehandelten Put Optionen und Call Optionen wieder. In der Regel liegt die PCR bei unter 1, so dass im Regelfall mehr Call wie Put Optionen gehandelt werden. Dies liegt an der leicht bullischen Handelsrichtung in einem langfristigen Aufwärtstrend.

Verschiebt sich die PCR nun über auf 1, spiegelt dies einen erhöhten Absicherungsbedarf der Marktteilnehmer nach unten wieder. Denn mit der höheren Anzahl an Put Optionen gegenüber der gehandelten Call Optionen sichern sich die Marktteilnehmer gegen mögliche fallende Kurse ab.

In meinem Market Monitor stelle ich sowohl die maximale Intraday-PCR, wie auch die PCR am Ende des Handelstages dar. Als Panikzeichen ist nur die maximale PCR der Tages, also die Intraday-PCR, interessant. Liegt diese während eines Handelstages bei über 1,4, so werte ich dies als Panikzeichen.

4. Panikzeichen: A/D Ratio < 0,11

Die Advance/Decline Ratio beschreibt das Verhältnis zwischen steigenden Basiswerten (Aktien) im Verhältnis zu fallenden Werten. Ich erfasse hier die Tageswerte aus allen an der NYSE gehandelten Aktien.

Fallen mindestens 90% aller Aktien im NYSE, so werte ich dies als Panikzeichen. Mathematisch drückt sich das Panikzeichen dann wie folgt aus: A/D Ratio < 0,11 (9 von 10 Aktien fallen).

5. Panikzeichen: Fear & Greed Index bei “Extreme Fear”

Der Fear & Greed Index wird von CCN Money erhoben und ist hier zu finden. Der Fear & Green Index erfasst auch noch mal für sich sieben weitere Indikatoren. Aus diesen Indikatoren leitet dieser Index die Stimmung am Markt ab. Die Extremwerte reichen dabei von “Extreme Fear” (Extreme Furcht) bis hin zu “Extrem Greed” (Extreme Gier).

Der Fear & Greed Index ist somit recht einfach zu interpretieren. Ein Panikzeichen liegt vor, sobald der Fear & Greed Index “Extreme Fear” anzeigt.

6. Panikzeichen: NL > 100 x NH

Zu guter letzt noch ein Indikator auf Basis der aktuellen Aktienkurse in Relation zu deren Hoch- und Tiefpunkten. Bei diesem sechsten Panikzeichen schaue ich mir die neuen Hochs und neuen Tiefs mit einer rückblickenden Zeitspanne von 52 Wochen an der NYSE und NASDAQ an und setzte diese ins Verhältnis. Auch hier zählen wieder die Extremwerte. Gibt es nun mindestens 100 mal mehr neue 52 Wochen Tiefs, wie hoch, so liegt das hier vor gestellte sechste Panikzeichen vor.

Wann nun eine Panik am Aktienmarkt vorliegt

Wie bereits oben erwähnt sind die Panikzeichen für sich alleine nicht wirklich aussagekräftig. Betrachtet man diese jedoch zusammen, zeigt sich dass immer dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tiefpunkt am Markt prognostiziert werden kann, wenn mindestens vier dieser sechs Panikzeichen aktiv vorliegen. Die Volatilität steigt dann auf ein Maximum.

Für mich als Optionsverkäufer und Stillhalter bietet eine vorliegende Panik nun die Möglichkeit Optionen mit sehr hohen Prämien zu verkaufen. Das Risiko für mich ist relativ niedrig, da die Volatilität nach der Rückkehr zu “Normalität” stark fällt und ich somit die Optionen günstiger mit Gewinn zurückkaufen kann.

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