Monatsabschluss Oktober 2019 – Über 12k EUR Gewinn aber trotzdem negativer Cashflow

Monatsabschluss

Was diesen Monat passiert ist

Futureoptionen auf Crude Oil

In meinem Monatsabschluss Oktober 2019 bin ich bereits kurz auf den Spike bei Crude Oil (/CL) eingegangen. Nach einem Angriff auf eine Saudische Ölfabrik schoss der Ölpreis am Folgetag mit einer Kurslücke deutlich in die Höhe.

Ich habe mich an mein Regelwerk gehalten. Nämlich den Put des Strangles mit Gewinn zu schließen und nach oben zu rollen. Nur leider rollte ich diese zu weiter nach oben, sodass die Position quasi in einem Straddle endete. Die gerollten Puts waren bereits auch fast wertlos, da der Kurs so in die Höhe geschossen ist. Also schloss ich die Put Optionen mit Gewinn und verkaufte neue Puts näher am Geld.

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Gleichzeitig zog die Volatilität so extrem an, sodass die Calls große Verluste ausgewiesen haben. Die Marginanforderungen vergrößerten sich enorm.

Crude Oil (www.tradingview.com)

Jetzt könnte ich sagen: Hätte ich einfach die Füße still gehalten, wäre ich mit allen Positionen mit einem Gewinn herausgegangen. Die USA reagierten nämlich auf den Angriff damit, Ölreserven freizugeben und somit den Ölmarkt wieder zu stabilisieren. Doch niemand wusste zu diesem Zeitpunkt zu 100 %, ob dies zu der gewünschten Restabilisierung des Ölpreises führt. Aber es kam so, wie vermutlich geplant.

Der Kursrückgang im Öl

Doch das eigentliche “Problem” trat mit dem Kursrückgang des Öls auf. Der Kurs brach aber zweiten Tag wieder zusammen und da ich die Puts deutlich nach oben gerollt habe, saß ich nun auf Verlusten bei den Puts.

Aufgrund der deutlich höheren Marginanforderungen schloss ich nun einige meine Positionen komplett.

Verlusttrades gehören zwar zum Optionshandel dazu, jedoch war für mich dieses “zu weite” Rollen mehr als ärgerlich. Ich habe in diesem Jahr in fast allen Monaten einen hohen vierstelligen Cashflow eingefahren. Dieser Monat schmälert zwar die Rendite, ist aber dennoch kein Weltuntergang.

Im Ganzen bin ich immer noch zufrieden, was ich dieses Jahr an Cashflow generieren konnte und mal schauen, was die nächsten beiden Monate noch bringen.

Diesen Monat habe ich mich auch dazu entschieden, die Werteentwicklung meines Kontos als relative Entwicklung mit aufzunehmen. Da ich einige Dividendenaktien im Depot habe und letzten Monat auch erstmalig welche dazu gekauft habe, erscheint mir dies als interessanten Punkt für dich als Leser.

Kommen wir nun zum Monatsabschluss Oktober 2019.

Übersicht des Cashflows und der Kosten im Oktober 2019

Wie üblich stammt der Cashflow auch in diesem Monat im Wesentlichen aus Prämien durch den Verkauf von Optionen an der Börse. Dieser Cashflow wird durch Dividendeneinnahmen von Aktien ergänzt, die ich im Depot habe.

Auf der Ausgabenseite befinden sich zum einen die Kommissionen für den Kauf- und Verkauf der Optionen, Abonnements für Marktdaten, sowie Zinsen und Gebühren.

Die Einnahmen

Realisierter Gewinn aus dem Verkauf von Optionen

Durch den Verkauf von Optionen habe ich diesen Monat einen Verlust von 4.549,95 EUR realisiert. Die ausschlaggebenden Punkte hierzu habe ich bereits in der Einleitung des Artikels erläutert.

Hierbei handelt es sich um den Verlust vor Gebühren, vor sonstigen Kosten, sowie vor Steuer.

Realisierte Aktiengewinne

Diesen Monat wurden keine Aktiengewinne realisiert.

Dividendenerträge

Im Oktober 2019 wurden 101,20 EUR an Brutto-Dividendeneinnahmen generiert. Bei diesen Dividendeneinnahmen handelt es sich auch wieder um die Einnahmen vor Steuer. Für die Vereinnahmung von Dividenden, fallen meinem Broker keine Gebühren an.

Die Ausgaben

Kommissionen bzw. Provisionen

Hinter den Provisionen versteckt sich die Summe der Ordergebühren, die ich an den Broker gezahlt habe. Diese beinhalten sowohl die Kommissionen für die Optionskäufe und -verkäufe, sowie für jeglichen Währungshandel.

Im Oktober 2019 betrugen diese Provisionen 665,03 EUR.

Aufgrund der Priceaction im Crude Öl habe ich einige Positionen gerollt. Dies führte im Oktober zu deutlich höheren Provisionen.

Zinsen und andere Gebühren

Diesen Monat sind 47,28 EUR an Soll-Zinsen aufgelaufen, die ich an den Broker gezahlt habe.

Die letzte kleinere Ausgabenposition sind die “anderen Gebühren”. Ich habe einige Real-Time Kurse, also Echtzeitbörsendaten, sowie Unternehmensdaten abonniert. Je nach Broker “waived” dieser Gebühren für einige Datenpakete, sofern man ein fest gelegtes Minimum an Provisionen pro Monat generiert. Bei den meisten Daten ist dies bei mir der Fall.

Die “anderen” Gebühren betrugen diesen Monat 14,37 EUR. Dies sind im wesentlichen Marktdaten.

Der Cashflow

Schauen wir uns nun die Übersicht des gesamten Cashflows für den Monat Oktober 2019 an.

ArtBetrag
Realisierter Gewinn aus Stillhaltergeschäften:-4.549,92 EUR
Realisierter Gewinn aus Aktienhandel:0 EUR
Dividendenerträge:      101,20 EUR
Summe (brutto):-4.448,72 EUR
Provision:-665,03 EUR
Zinsen und andere Gebühren:-61,65 EUR
Summe (netto VOR Steuer):-5.175,30 EUR

Einkommen durch den Verkauf von Optionen (Stillhaltergeschäfte)

Ein großer Teil des Cashflows aus den Optionen stammt wieder von Futures. Ein anderer Teil aus Aktienoptionen.

Mit den folgenden Optionen habe ich diesen Monat einen Gewinn, bzw. Verlust realisiert:

Future Put Optionen
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

In dem Screenshot oben sind die vier Future Put Optionen auf Crude Oil zu erkennen, die ich (zu) hoch gerollt habe. Nach dem Kursrückgang an den Folgetagen musste ich diese mit Verlust zurückkaufen.

Auf der Call Seite sieht der Cashflow wieder gut aus:

Future Call Optionen
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

Bei den Aktienoptionen konnte ich auch fast nur Gewinne einfahren. Lediglich einen Strangle auf GLD und TLT habe ich vorzeitig geschlossen. Beide ETFs handele ich aktuell nicht mehr. Ich merke, dass mir diese beiden ETFs nicht passen :-).

Aktienoptionen Calls und Puts
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

Wie du siehst, kam im Oktober einiges an positivem Cashflow zusammen. Dies hat leider nicht gereicht, um die Verluste bei den Crude Oil Puts auszugleichen.

Einkommen durch Dividendenerträge

Folgende Dividendeneinnahmen konnte ich im Oktober 2019 vereinnahmen:

BasiswertBetrag
RCL70,67 EUR
MO30,53 EUR
Summe:101,20 EUR

Einkommen durch Aktien

Im August gab es keine geschlossenen und realisierten Aktientrades.

Entwicklung der Anlagen und des Depots

Mein Depotwert konnte diesen Monat ein Plus von 4,65 % verzeichnen zum Vormonat. Hier sind die Verluste auf den Optionstrades diesen Monat bereits eingerechnet.

Das Dividendendepot

Eingebuchte Aktien

Diesen Monat wurden mir keine Aktien durch ausgeübte Put Optionen eingebucht.

Jedoch habe ich mein Dividendendepot weiter aufgestockt. Hinzugekommen sind diesen Monat:

  • 600 SKT (Tanger Factory Outlet Center)
  • 100 OZK (Bank OZK)

Zu beiden Aktien habe ich bereits einen kurzen Artikel geschrieben. Ich nutze verstärkt den Aktienfinder von Torsten Tiedt, um unterbewertete Dividendenaktien mit einer starken Dividendenhistorie zu finden.

Ausgebuchte Aktien

Im Oktober 2019 wurden mir keine Aktien ausgebucht.

Aktueller Stand des Aktiendepots zum 31.10.2019

Zum Schluss schauen wir uns nun den aktuellen Depotbestand an. Folgende Aktien führe ich zurzeit im (Dividenden-)Depot:

AnzahlUnderlying
2001COV
100KHC
240MO
100OZK
100PSX
100RCL
600SKT
201TROW
98WPP
100WRK

Lessons learned und nächste Schritte

Seit dem Artikel zum Monatsabschluss Mai 2019 habe ich eine neue Sektion eingeführt: Lessons Learned.

Folgende Learnings habe ich diesen Monat für mich mitgenommen:

Rollen von Strangle-Legs:
Ich habe es eingangs bereits erwähnt, wie ich große Verluste diesen Monat realisieren musste. Da ich die gerollten Put Optionen zu nah am Geld geschrieben habe, hat mir dies diesen Monat meinen positiven Cashflow gekostet. Dies bedeutet für mich nun akribisch genau darauf zu achten, wohin ich einzelne Legs von Strangles rolle. Handele ich zum Beispiel eine Strategie in der ich nur Strangles bei +- Delta 10 verkaufe, so werde ich die ungetestete Seite der Strangles auch entsprechend auf Delta 10 rollen. Unabhängig davon, ob es ggf. weniger Prämie gibt. Das Rollen der Legs dient dazu seine potenziellen Verluste zu verringern oder die Position im Idealfall noch mit Gewinn zu schließen.

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Chris

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6 Gedanken zu “Monatsabschluss Oktober 2019 – Über 12k EUR Gewinn aber trotzdem negativer Cashflow

  1. Hallo Chris,

    Spannend zu lesen und einfach realistisch dies zu sehen. Muss mir noch mehr dein Reporting-System ansehen, um deine Aktionen besser zu verstehen. Wenn ich richtig liege, sehen wir ja immer nur die geschlossenen Trades und nicht dein Portfolio mit den offenen Trades (geschriebenen Optionen)? Nutzt du für dich auch dieses Cashflow basierte Reportingtool, oder schaust du dir eher das Portfolio an und wie arbeitest du mit Risiko beim Cashflow-basierten Reporting? Für deine Leser ist sicherlich Cashflow interessant – für mich persönlich eher wie du Risiko managst.

    Und aus aktuellem Anlass noch ein Punkt: Wie siehst du Wirecard? Da warst du ja teilweise auch relativ stark engagiert und es gab einige Nachrichten. Ich versuche dieses Unternehmen besser zu verstehen und habe dazu auch zwei Videos auf Youtube gepostet. Die implizierte Vola war dabei immer schon hoch, aber momentan ist die implizierte Vola wirklich extrem hoch! Bei so einem Szenario, würde da ein Trade bei welchem man Put Optionen schreibt und als Risikominimierung die Aktie leerverkauft Sinn machen? Wäre spannend noch mehr zu Wirecard zu erfahren. Und: auch bei Tesla hatte sich ja einiges getan, aber eher in die Richtung nach Oben und wenn ich mich recht erinnere ist das auch ein Underlying auf welches du stark setzt.

    1. Hi Philipp,

      ja korrekt. In der Monatsübersicht fasse ich nur die realisierten und geschlossenen Trades zusammen. Ich nutze den IB Risk Navigator, um mir das Balacing zwischen den Assetklassen anzuschauen und ggf. dann anzupassen. Tradingdiarypro trackt aber alle Trades. Auch die offenen, sodass man hieraus detaillierte Reportings ziehen kann.

      Bezüglich Wirecard: Ich habe hier auch noch Puts offen und sehe hier für mich persönlich relativ geringes Risiko, wenn man sich mal die Marktposition von Wirecard so anschaut. Dabei hätte ich aber auch keine Probleme mit dem Einbuchen der Puts. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Ich denke die Financial Times Artikel sind hier wiedermal völlig überbewertet.

      Leerverkauf macht daher für mich keinen Sinn.

      Hinsichtlich Tesla: Ich bin hier zurzeit am Seitenrand, da die implizite Volatilität komplett im Keller ist. Mal abwarten, wann wieder ein kurzer Abverkauf kommt und die Vola hoch geht.

      Beste Grüße
      Chris

      1. Hi Chris,

        vielen Dank für die detaillierte Antwort!

        Persönlich bin ich noch recht vorsichtig, was Optionen angeht, da Aktienkurse keiner bekannten statistischen Verteilung folgen, aber ich glaube eine mean reversion Strategie bei der man auf ein Fallen der Imp. Vola hin zum Durchschnitt ausgeht sollte langfristig eher Gewinne produzieren. Dein Blog ist dabei eine absolute Inspiration. Zum einen durch die ganzen Informationen, zum anderen da du uns an Erfolg und Misserfolg teilhaben lässt und man dadurch auch die emotionale Seite des Schreibens von Optionen mitbekommt.

        Steht bei dir demnächst mal eine Konferenz an, bei welcher du über ein bestimmtes Thema sprichst?

        Mach weiter so!
        Philipp

        1. Hi Philipp,

          danke für dein ehrliches Feedback! 🙂

          Aktuell habe ich keine Konferenz geplant. Lasse es dich aber gerne wissen, sobald es ich sowas anvisiere. Am besten trägst du dich in meinen Newsletter ein, dann verpasst du auch nichts (falls du dich noch nicht eingetragen hast :-p)

          Beste Grüße
          Chris

  2. Moin moin,
    Mund abwischen und weiter geht’s! “Bisschen” Geld verliehen aber unendlich an Erfahrung dazu gewonnen! In Zukunft wird die diese Phase so unendlich viel mehr bringen, als Du gerade verloren hast!
    Beste Grüße und alles Gute für den Jahresendspurt, Rene

    1. Moin Rene,

      Danke dir! So sehe ich das auch! 🙂

      Stetig weiter verbessern und aus den Fehlern lernen. Nur so kann man wachsen.

      Dir auch noch einen grandiosen Cashflow und beste Grüße
      Chris

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