Meine Cashflow Strategie

Strategie

Im Folgenden beschreibe ich meine persönliche Strategie um stetigen Cashflow aus Aktien durch den Verkauf von Put-Optionen zu generieren. Bei der Aktienauswahl lege ich den Fokus auf Unternehmen, bei denen es sich mindestens um Dividenden-Contenders handelt, die also seit mindestens 10 Jahre Dividenden zahlen und in diesem Zeitraum die Dividende stetig erhöht haben.

Der Grund warum ich mich auf diese Unternehmen konzentriere liegt an der Art wie ich mit Optionen umgehe, die in den Verlust laufen. Während viele Optionsverkäufer Optionen bei 50% Verlust zurück kaufen, lasse ich die Aktien einbuchen und kassiere die volle Prämie. Gleichzeitig ist mein Portfolio um 100 dieser Aktien reicher und ich kassiere Dividenden. Nun verkaufe ich ggf. Covered Calls, die mir so gut wie keine Margin blocken, da ich die Aktien ja schon besitze. Verfallen die Covered Calls zum Stichtag, wiederhole ich den Prozess so lange, bis die Covered Calls irgendwann im Geld liegen und mir die 100 Aktien wieder ausgebucht werden.

Meine Zielrendite aktuell liegt bei mindestens 24% pro Jahr bzw. 2% im Monat vor Gebühren und vor Steuern.

Hier nun meine persönlichen Regeln.

Die Aktienauswahl

Auf Basiswerten mit diesen Eigenschaften verkaufe ich Optionen:

  1. Mindestens 10 Jahre Dividendenhistorie
  2. Keine Dividendenkürzung oder Aussetzer der Dividende
  3. Die Dividende sollte mindestens einmal pro Jahr angehoben worden sein
  4. Aktuelle Dividendenrendite liegt über der 5-Jahres-Durchschnittsrendite
  5. Ausschüttungsquote von maximal 80%
  6. Gesamtverschuldung (Debt to Equity) von maximal 80% oder alternativ sehr hohe ROE (>30%).
  7. DDRM (Dividend Drill Return Model) liefert eine Rendite von mindestens 12%
  8. Kurswert zwischen 30$ und 250$ bzw. entsprechendes Äquivalent in EURO bei europäischen Aktien (möglichst hohe Prämien im Verhältnis zu den Gebühren)

Wann verkaufe ich einen Short-Put

Wie oben schon kurz beschrieben, basiert meine Strategie darauf mit dem Verkauf von Put-Optionen Prämien zu generieren. Um hier möglichst viel Prämie in kurzer Zeit zu generieren, sollte die Aktie einen eindeutigen Aufwärtstrend aufweisen. Hierfür bediene ich mich an den gleitenden und exponentiellen Durchschnitten und nutze diese als Indikator für einen Aufwärtstrend. Meine Regeln für diese Indikatoren sind wie folgt:

  1. SMA (10) stark ansteigend (hier gibt es keine eindeutige Festlegung, sondern ich betrachte das gesamte Chartbild)
  2. SMA (10) > EMA(20)
  3. EMA (20) > EMA (30)
  4. Möglich Bullisches Chartpattern oder Ausbruch aus Chartpattern oder Wiederstand
  5. CMF (Chaikin Money Flow) > 0,1

Um die Prämie des Puts zu maximiere, warte ich meistens bis es einen kurzen Rücksetzer im Kurs gibt.

Die Auswahl des Short-Puts

Verkauf wird nun ein Short-Put, im äquivalent von 100 Aktien (falls dieser nach Ablauf der Laufzeit ausgeübt wird).

Welcher Put nun der Richtige für mich ist entscheidet sich um einen durch einen Blick auf den Chart und zum anderen durch einen Blick auf die Optionskette.

Im Regelfall verkaufe ich nur Optionen, die möglichst mindestens 100$ Prämie liefern, da die Gebühren im Verhältnis sonst zu viel Gewinn verschlingen und das Portfolio bei zu vielen kleinen Optionen zu unübersichtlich wird.

Strikepreis des Short Puts

Als Auswahlkriterium für den Strike Preis prüfe ich den Chart der Aktie zunächst auf Unterstützungen und Widerstände. Im Idealfall wähle ich den Strikepreis so, dass dieser einen Strikepreis unter einer starken Unterstützung liegt, an denen der Kurs bereits mehrfach abgeprallt ist. Falls diese Unterstützung zu weit vom aktuellen Kurs entfernt ist und die Prämien hier zu gering sind, wähle ich eine nähere Unterstützung, sofern das Chartbild dies technisch unterstützt.

Laufzeit des Short-Puts

Im nächsten Schritt schaue ich mir die Prämien bei unterschiedlichen Laufzeiten an. Wichtig vorab ist, dass das Unternehmen, innerhalb der Laufzeit keine Earnings hat und die Earnings möglichst erst frühestens zwei Wochen nach Ende der Laufzeit anstehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Volatilität kurz vor den Earnings zu stark ansteigt.

Ich betrachte Optionslaufzeiten zwischen 3 und 10 Wochen und deren Prämien, so dass ich mir die Prämie pro Kalenderwoche ausrechnen kann. Anhang der Laufzeit mit der höchsten Volatilität, lässt sich dies meist einfach ablesen.

Die Option mit der höchsten relativen Prämie bezogen auf die Laufzeit wird dann verkauft.

Rückkauf des Short-Puts

Nachdem eine Option verkauft wurde, gibt es nun zwei Möglichkeiten, wie sich die Position entwickelt:

Entweder die Position liegt im Gewinn (die Zeit läuft für uns Optionsverkäufern, da Zeitwert mit fortgeschrittener Laufzeit abnimmt), oder die Option liegt im Verlust, da sich die Aktie gegen uns entwickelt hat.

Wenn der Put im Gewinn ist

Ich kaufe eine Option zurück sobald entweder:

  • Die Option 75% im Plus ist, also der Restwert nur noch 25% des Verkaufspreises beträgt, oder
  • Die Option 50% im Plus ist UND weniger als zwei Wochen bis zum Verfallstag übrig sind

Wenn der Put im Verlust ist

Liegt die Option im Geld und somit im Verlust, kaufe ich diese nicht zurück, sondern lasse die Aktien am Ende der Laufzeit einbuchen.

Verkauf eines Covered Calls nach der Einbuchung von 100 Aktien

Ich verkaufe nur Calls als Covered Calls, wenn ich schon die entsprechenden 100 Aktien im Depot verbucht habe. Dies ist der Fall, wenn einer der verkauften Puts ausgeübt wird.

Verfällt der Basiswert nun in einen Abwärtstrend, verkaufe ich einen Covered Call, der mir so gut wie keine Margin blockiert.

Strikepreis des Short-Covered-Calls

Als Auswahlkriterium für den Strike Preis prüfe ich den Chart der Aktie zunächst auf Unterstützungen und Widerstände. Im Idealfall wähle ich den Strikepreis so, dass dieser einen Strikepreis über einem starken Wiederstand liegt, an denen der Kurs bereits mehrfach abgeprallt ist. Falls diese Unterstützung zu weit vom aktuellen Kurs entfernt ist und die Prämien hier zu gering sind, wähle ich einen näheren Widerstand, sofern das Chartbild dies technisch unterstützt.

Laufzeit des Short-Covered-Calls

Auch hier schaue ich mir im nächsten Schritt die Prämien bei unterschiedlichen Laufzeiten an. Anstehende Earnings sind mir in diesem Fall egal. 

Ich betrachte Optionslaufzeiten zwischen 3 und 10 Wochen und deren Prämien, so dass ich mir die Prämie pro Kalenderwoche ausrechnen kann. Anhang der Laufzeit mit der höchsten Volatilität, lässt sich dies meist einfach ablesen.

Die Option mit der höchsten relativen Prämie bezogen auf die Laufzeit wird dann verkauft.

Rückkauf des Short-Covered-Calls

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Wenn der Stike des Covered Calls exakt oder über dem Ausführungspreis liegt, bei dem mir die Aktien zugeteilt worden sind, lasse ich mir die 100 Aktien am Ende der Laufzeit ausbuchen.

Sollte der Strike des Covered Calls unter dem Zuteilungskurs liegen, rolle ich den Call bei 50% Verlust nach oben.

Hast du Fragen zu meiner Strategie? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

4 Gedanken zu “Meine Cashflow Strategie

  1. Hallo Chris,

    eine sehr schöne Seite hast du da. Klasse auch die Beschreibung deiner Anlagestrategie zum Nachvollziehen. Ich hoffe, du bleibst am Ball und wirst mit deiner Cash-Flow-Strategie erfolgeich sein.

    Lieben Gruß,

    Torsten

  2. Hi ich habe mal deine Stratiegie gelesen. Wie machst das mit dem Rollen der Calls wenn die Aktie noch deutlich tiefer im Einstiegspreis liegt und die Aktie jetzt stark steigt und der Call stark im Minus ist? 50 % Minus kann ja schnell passieren.
    Gruß Arno

    1. Hi Arno,

      ich hoffe ich verstehe deine Frage richtig.

      Also falls ich die Aktie los werden will, lasse ich die dann ausbuchen. Falls nicht, rollen ich den Call nach oben und suche mir als Strike den nächst höheren Widerstand. Falls die Aktie richtig ordentlich nach oben rauscht, verkaufe ich teilweise auch gar keine Calls und lasse die Aktie erstmal so laufen.

      Beste Grüße
      Chris

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