Meine Cashflow Strategie #2: Der Cashflow Booster

Strategie

Im Folgenden beschreibe ich meine 2. persönliche Strategie um stetigen Cashflow aus Aktien durch den Verkauf von Put-Optionen zu generieren. Diesmal lege ich bei der Aktienauswahl Wert weniger Wert auf die Kennzahlen, als viel mehr auf technische Aspekte der Aktie bzw. der Aktienoption. So ist für es für diese Strategie essentiell, dass die implizierte Volatilität der Option überdurchschnittlich hoch ist und sich die Aktie gleichzeitig in einem Aufwärtstrend befindet.

Im Gegensatz zu meiner Cashflow Strategie #1, handelt es sich bei den Basiswerten dieser Strategie viel mehr um Wachstumwerte (Growth) als um werthaltige Aktien (Value).

Kommen wir nun zu meinen Kriterien für die Auswahl der Basiswerte bzw. des Underlyings.

Die Aktienauswahl

Für diese Strategie kommen für mich Aktien mit folgenden Eigenschaften in Frage:

  1. Implizierte Volatilität der Option mindestens 30%
  2. Keine Earnings innerhalb der nächsten 45-60 Tage.
  3. SMA (10) stark ansteigend (hier gibt es keine eindeutige Festlegung, sondern ich betrachte das gesamte Chartbild)
  4. SMA (10) > EMA(30)
  5. Möglich Bullisches Chartpattern oder Ausbruch aus Chartpattern oder Wiederstand
  6. CMF (Chaikin Money Flow) (20 Tage) > 0
  7. Kurswert grob zwischen 30$ und 250$ bzw. entsprechendes Äquivalent in EURO bei europäischen Aktien (möglichst hohe Prämien im Verhältnis zu den Gebühren)

Ich screene also erstmal nach Aktien mit den oben genannten Eigenschaften.

Eine implizierte Volatilität von mindestens 30% sollte eine überdurchschnittlich hohe Prämie garantieren.

Gleichzeitig vermeide ich Trades auf Aktien, die während der Put Laufzeit Earnings aufweisen. Earnings können unter Umständen zu Kurslücken nach unten führen, sofern die Erwartungen der Anleger an das Unternehmen untertroffen werden. Um das Risiko zu vermeiden, schließe ich Earnings komplett aus.

Der einfache gleitende Durchschnitt (SMA – Simple Moving Average) ist für mich ein Indikator, um den kurzfristigen Trend der Aktie fest zustellen. Da ich möchte, dass der Put möglichst schnell verlos verfällt, muss die Aktie auch möglichst schnell steigen. Eine Aktie in einem starken kurzfristigen Aufwärtstrend erhöht die Wahrscheinlichkeit hierfür. Das selbe gilt für einen möglichst großen CMF.

Aus Aktien mit den oben genannten Parametern erstelle ich nun eine Watchlist, die ich beobachte.

Um die Prämie zu maximieren, ist mein Ziel den bzw. die Puts erst während eines kurzen Kursrücksetzers zu verkaufen.

Eröffnung der Position

Diese Strategie handelt ausschließlich Short-Puts mit Laufzeiten zwischen 3 und ca. 6 Wochen.

Welcher Put nun der Richtige für mich ist, entscheide ich durch einen Blick auf den Chart und auf die Optionskette.

Im Regelfall verkaufe ich nur Optionen, die mindestens 100$ Prämie liefern, da die Gebühren im Verhältnis sonst zu viel Gewinn verschlingen und das Portfolio bei zu vielen kleinen Optionen zu unübersichtlich wird.

Strikepreis des Short Puts

Zur Auswahl des Strike Preises prüfe ich den Chart der Aktie zunächst auf Unterstützungen und Widerstände. Im Idealfall wähle ich den Strikepreis so, dass dieser einen Strikepreis unter einer starken Unterstützung liegt, an denen der Kurs bereits mehrfach abgeprallt ist. Falls diese Unterstützung zu weit vom aktuellen Kurs entfernt ist und die Prämien hier zu gering sind, wähle ich eine nähere Unterstützung, sofern das Chartbild dies technisch unterstützt.

Laufzeit des Short-Puts

Im nächsten Schritt schaue ich mir die Prämien bei unterschiedlichen Laufzeiten an. Wichtig vorab ist, dass das Unternehmen, innerhalb der Laufzeit keine Earnings hat. Ansonsten besteht die Gefahr von Kurslücken nach unten. Dieses Risiko möchte ich vermeiden.

Ich betrachte Optionslaufzeiten zwischen 3 und ca. 6 Wochen und deren Prämien. Eine schnelle Berechnung der Prämie pro Kalenderwoche liefert die Laufzeit mit der höchsten Rendite.

Die Put Option mit der höchsten relativen Prämie verkaufe ich dann.

Positionsgröße

Die maximale Positionsgröße und somit das Risiko beträgt bei dieser Strategie ca. 1% der Depotgrößte. Dies ist der maximale Betrag, den ich bereit bin pro Position zu verlieren, sofern der Trade gegen mich läuft. In Summe riskiere ich mit dieser Strategie nicht mehr wie 5% der Depotgröße gleichzeitig.

Angenommen die Depotgröße beträgt 50.000 EUR, so beträgt die Positionsgröße hier maximal 500 EUR. In Summe setze ich so maximal 5.000 EUR dem Risiko aus, indem ich maximal 5 Trades gleichzeitig eröffne.

Beträgt nun die Prämie der ausgewählten Option 100 EUR, so verkaufe ich 5 Optionen a 100 EUR.

Trademanagement

Nachdem ich nun den Trade eröffnet habe, geht es weiter mit dem Management des Trades.

Hier gilt es nun die Position täglich zu beobachten und ggf. entsprechend zu handelt.

Schließen der Position – Gewinnmitnahme

Ich schließe die Short Positionen nun in folgenden Fällen:

  • Die Option ist 75% im Plus, der Restwert beträgt nur noch 25% des Verkaufspreises und es sind mehr als zwei Wochen bis zum Verfalltag übrig, oder
  • Die Option 50% im Plus ist UND weniger als zwei Wochen bis zum Verfallstag übrig sind

Schließen der Position – Verlustbegrenzung

Die Position schließe ich spätestens dann mit Verlust, wenn der Optionspreis sich verdoppelt hat. Damit liegt die Position 100% im Minus und ich ziehe die Reißleine.

Ich rolle die Position nicht nach unten, da ich jeden Trade, den ich eingehe, als eigenständigen Trade behandele. Bevor ich einen neuen Trade eingehe, müssen alle oben aufgeführten Bedingungen erfüllt sein.

Hast du Fragen zu meiner Strategie? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

2 Gedanken zu “Meine Cashflow Strategie #2: Der Cashflow Booster

  1. Hallo Chris!

    Mit welchem Tool screenst du den Markt nach diesen Kriterien? TWS?
    Eine kurze Anleitung wäre super und sicher auch für andere Leser deines Blogs interessant!

    Vielen Dank!

    LG Andreas

    1. Hi Andreas,

      ich habe mir nach und nach eine Watchlist in der TWS angelegt, die ich täglich nach passenden Trades screene. Hierbei sortiere ich entweder nach impliziter Volatilität der Option oder nach dem Verhältnis zwischen IV und historischer Volatilität. Um passende Aktien für die Watchlist zu finden nutze ich unter anderem Tastyworks und den IV-Rank.

      Eienen Blogbeitrag dazu zu schreiben ist eine sehr gute Idee. Danke für die Anmerkung! Steht jetzt auf meiner Todo Liste.
      Beste Grüße
      Chris!

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