Jahresabschluss 2018: Mein Einstiegsjahr ins Optionstrading

Jahresabschluss 2018

Das erste Jahr, seit dem ich damit begonnen habe mit Aktienoptionen stetigen Cashflow zu generieren, ist um. Zugegeben, es war ein wildes Jahr an der Börse. Im letzten Quartal 2018 ging es ordentlich bergab, was viele Depots erschüttert und bei vielen Tradern zu Verlusten geführt hat.

Um so glücklicher bin ich zu sehen, dass meine Optionsstrategien bisher sehr gut aufgehen. Ich habe in diesem Jahr zwar auch viele Fehler beim Trading gemacht, aber in Folge dessen auch viel dazu gelernt.

Trading ist ein ständiger Lernprozess. Ohne Fehler kann man sich nicht verbessern. Ohne stetig an sich zu arbeiten auch nicht. Daher stelle ich dir heute meinen Jahresabschluss 2018 vor. Das ganze ist für mich eine Art Tagebuch und dient zur Verarbeitung meiner Gedanken zum Trading. Außerdem motiviert es dich vielleicht auch, um mit dem Optionstrading zu beginnen oder dich weiter zu verbessern.

Die einzelnen Monatsabschlüsse findest du hier:

Dezember 2018: +555,25 EUR

November 2018:  +1.017,06 EUR

Oktober 2018:      +0,74 EUR

September 2018: +2.003,01 EUR

August 2018:        +1.476,94 EUR

Juli 2018:              +645,67 EUR

Cashflow / Einkommen im Jahr 2018

Schauen wir uns den Cashflow und das Einkommen durch den Verkauf von Aktienoptionen und der Einnahme von Dividenden nun für das gesamte Jahr 2018 an.

Die ersten Einnahmen, die ich auch im Blog dokumentiert habe, wurden im Juli 2018 generiert.

Dabei sehen die Einnahmen und Ausgaben wie folgt aus.

Realisierter Gewinn gesamt

Es wurde ein Gewinn von 6.217,91 EUR realisiert. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um generierte Prämien durch den Verkauf von Cash Secured Puts. Der angegebene Gewinn ist vor Gebühren, vor sonstigen Kosten, sowie vor Steuer.

Dividendenerträge

Im gesamtem Jahr 2018 wurden insgesamt 610,31 EUR an Brutto-Dividendeneinnahmen generiert. Somit handelt es sich bei den aufgeführten Dividendeneinnahmen auch wieder um die Einnahmen VOR Steuer. Die Dividendeneinnahmen stammen aus Aktien, die mir im vierten Quartal 2018 eingebucht wurden.

Provision

Hinter den Provisionen versteckt sich die Summe der Ordergebühren, die ich an den Broker gezahlt habe. Diese beinhalten sowohl die Kommissionen für die Optionskäufe und Verkäufe, sowie für jeglichen Währungshandel im Zusammenhang mit meinen Optionstrades.

Im kompletten Jahr 2018 habe ich 1.263,06 EUR an Provisionen an den Broker gezahlt. Dies ist schon ein ordentliches Sümmchen im Verhältnis zu den daraus realisierten Gewinnen. Hieran zeigt sich mal wieder, dass die Gebühren sich ganz schön aufsummieren können, durch zu viele Trades. Ich arbeite stetig weiter daran weniger, aber dafür qualitativ hochwertigere Grades zu handeln und meinen Strategien zu verfeinern.

Zinsen

Diese Zinsen beinhalten zum einen die Leihgebühren für Fremdwährung, da ich nicht andauert EUR verkaufe und USD kaufe. Zum anderen verlangt der Broker Zinsen, sofern die Summe der Aktienwerte meinen Barbestand übersteigen. Mit einem Marginkonto ist dies ohne weiteres Möglich. Dies führt jedoch dazu, dass der Broker die Differenz aus Barguthaben und Aktienwert automatisch gegen Zinsen verleiht. Da mir im vierten Quartal einige Aktien eingebucht wurden, liefen hier zeitweise entsprechende Zinsen auf. Mein Ziel ist es grundsätzlich diese Zinsen so niedrig wie möglich zu halten.

Für das Jahr 2018 betrugt die Summe der Zinszahlungen an den Broker 161,74 EUR.

Andere Gebühren

Die letzte kleinere Ausgabenposition sind die “anderen Gebühren”. Ich habe einige Real-Time Kurse, also Echtzeitbörsendaten, sowie Unternehmensdaten abboniert. Je nach Broker “waived” dieser Gebühren für einige Datenpakete, sofern man ein fest gelegtes Minimum an Provisionen pro Monat generiert. Bei den meisten Daten ist dies bei mir der Fall. Lediglich ein Datenpaket fällt hier mit 51,24 EUR zu buche.

ArtBetrag
Realisierter Gewinn gesamt:6.217,91 EUR
Dividendenerträge:      610,31 EUR
Summe (brutto):6.825,22 EUR
Provision:-1.263,06 EUR
Zinsen:-161,74 EUR
Andere Gebühren:-51,24 EUR
Summe (netto VOR Steuer):5.349,18 EUR

Einkommen durch den Verkauf von Optionen (Stillhaltergeschäfte)

Im Jahr 2018 habe ich über 200 Positionen gehandelt. Die vollständige Liste nun darzustellen, spare ich mir. Wer sich die Trades einiger Monate im Detail anschauen möchte, kann dies gerne in den Monatsabschlüssen tun und nachlesen. Dort veröffentliche ich immer die vollständige Liste aller Optionstrades. Dies beinhaltet die Trades, die ich mit Gewinn, aber auch mit Verlust geschlossen habe.

In diesem Jahresabschluss möchte ich kurz auf folgende Übersichtstabelle eingehen.

Performance Übersicht Jahr 2018
Performance Übersicht Jahr 2018
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

Die Long Trades stammen ausschließlich aus Aktienpositionen. Nachdem mir die Aktien durch ausgeübte Put Optionen angedient wurden, konnte die ich diese schließlich wieder durch Calloptionen mit leichtem Gewinn verkaufen. In der Summe der gesamten Trades lassen sich die Longpositionen fast vernachlässlichen. Trotzdem schlagen diese mit gutem Gewinn zu buche.

Viel interessanter ist jedoch die Gewinnrate der Optionstrades. Mit einer Durchschnittlichen Gewinnrate (“Winning %”) von ca. 82% komme ich auf eine hohe Trefferquote. Unter Berücksichtigung meiner Put Auswahl, wie in meinen Strategien hier und hier beschrieben, kommt dies dem durchschnittlich ausgewählten Delta der verkauften Optionen schon sehr nah.

Daran sieht man, wie aussagekräftig das Delta der Option im Sinne der Ausübungswahrscheinlichkeit ist.

Was mir nicht so gut gefällt und woran ich arbeiten muss, ist das Verhältnis meines durchschnittlichen Verlustes ggü. meines durchschnittlichen Gewinns. Wie du hier siehst ist mein durchschnittlicher Verlust hier über drei mal so hoch wie mein durchschnittlicher Gewinn. Als Fazit und Learning heißt das für mich, Verluste deutlich schneller zu begrenzen und diese möglichst nicht im Schnitt über das doppelte Gewinnziel hinaus anwachsen zu lassen.

Beispiel: Gewinnziel bei der Option sind 100 EUR. Liegt die Option nun im Verlust mit -200 EUR, wird diese spätestens geschlossen.

Einkommen durch Dividendenerträge

Folgende Dividendeneinnahmen habe ich im Jahr 2018 vor Steuer generiert:

Dividendenerträge Jahr 2018
Dividendenerträge Jahr 2018
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

Auch hier lassen sich die Details und Basiswerte wieder in den jeweiligen Monatsabschlüssen nachlesen.

Aktien im Dividendendepot

Zum Schluss schauen wir uns nun den aktuellen Depotbestand an. Folgende Aktien führe ich zur Zeit im (Dividenden)Depot:

Stand Aktiendepot Ende 2018
Stand Aktiendepot Ende 2018
(Screenshot aus TradingdiaryPro)

Meine Strategien entwickele ich stetig weiter und verbessere sie damit. Mehr über eine meiner aktuellen Hauptstrategien findest du hier und hier.

Fazit

In einem halben Jahr habe ich 5.350 EUR nach Gebühren und vor Steuer realisiert. Für mich persönlich eine gute Leistung, die aber noch deutlich ausbaufähig ist. Es gilt weiterhin daran zu arbeiten, Tradingfehler auszuschließen, die Einstiege zu verbessern und konsequentes Moneymanagement zu betreiben. Dies schließt auch die Weiterentwicklung meiner Tradingstrategien mit ein.

Wie sieht deine Performance im letzten Jahr aus?
Ich freue mich auf deine Kommentare!

2 Gedanken zu “Jahresabschluss 2018: Mein Einstiegsjahr ins Optionstrading

  1. Hallo Chris, tolle Performance allerdings wäre es vielleicht besser gewesen zum Ende hin Verluste aus Optionen zu realisieren aus steuerlicher Sicht. So hast du unheimlich Höhe Buchverluste erlitten und musst trotzdem über 5.000 Euro versteuern.

    1. Hallo Stefan,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich werde die Positionen, die noch bis in 2019 offen waren (und dann auch mit Verlust geschlossen wurden), entsprechend mit in das Steuerjahr 2018 verrechnen. Hierzu gab es bereits Urteile vom dem Bundesfinanzhof, wie ich in meinem Beitrag zur Versteuerung von Aktienoptionen unter anderem geschrieben haben.

      “Veräußerung von Kaufoptionen; durch das sog. Glattstellungsgeschäft entstandene Werbungskosten sind dem Veranlagungszeitraum des Eröffnungsgeschäfts zuzuordnen”
      BFH v. 18.08.2015 – I R 38/12

      Somit sollten die Steuerlast deutlich niedriger ausfallen :-).

      Beste Grüße!
      Chris

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