Eine kurze Einführung in Futures und Futureoptionen

Futureoptionen

Als ich meinen Blog gestartet habe, fokussierte ich mich im Wesentlichen auf den Verkauf von Aktienoptionen. Aktuelle handele ich aber vermehrt Optionen auf Futures. Die Gründe dafür sind für mich folgende:

  • Futures sind für mich eine Diversifizierung zum Aktienmarkt
  • Die Margin bei Futures ist deutlich geringer als bei Aktienoptionen (Nutzung der SPAN Margin)
  • Der Return on Capital (RoC) ist deutlich höher bei Futureoptionen, als bei Aktienoptionen
  • Die meisten Futureoptionen haben eine sehr hohe Liquidität und somit sind die Spreads sehr gering.

Im folgenden Artikel geht es darum, was Futures überhaupt sind, den Unterschied zwischen Contango und Backwardation, sowie die Vor- und Nachteile des Handels mit Futureoptionen. Falls Optionen für dich generell Neuland sind, starte am besten hier.

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Der Future Kontrakt

Ein Futures Kontrakt (einfach übersetzt Zukunftsvertrag) ist ein standardisierter Vertrag zwischen zwei Parteien. Dieser Vertrag beschreibt eine rechtlich bindende Vereinbarung über die Lieferungen bzw. Entgegennahme von Gütern oder Ressourcen in der Zukunft zu einem vorher festgelegten Preis. Er zählt zu den Derivaten.

Die Laufzeit

Die Laufzeit des Future Kontrakts ist somit vorher festgelegt und zum Ende der Laufzeit ist eine Lieferung bzw. Entgegennahme des vereinbarten Produkts oder Gut verpflichtend für beide Vertragsparteien. Dabei wird unterschiedliche zwischen dem Cash Settlement und Physical Settlement. Während ersteres eine Bezahlung in Form von Geld bedeutet wird beim Physical Settlement die Ware tatsächlich auch geliefert. Die Laufzeit ist im jeweiligen Future fest verankert. So gibt es bei vielen Futures jeden Monat jeweils einen Future zu einem Basiswert, der diesen Monat ausläuft. Zum Zeitpunkt dieses Artikels kannst du unter anderem Futures auf Crude Oil (/CL) mit Laufzeit Dezember oder Januar handeln. Der Future auf Crude Oil läuft jeweils am 3. Freitag des Monats aus und wird fällig.

Basiswerte

Futures gibt es für eine ganze Reihe an Basiswerten.

Der Basiswert, auf den der Future gehandelt wird, kann zum Beispiel folgender sein:

  • Währungen (z.B. USD ggü. EUR)
  • Bonds (Anleihen)
  • Geldmarkt (z.B. kurzfristige Kredite)
  • Kapitalmarkt (z.B. Futures auf Indizes wie den S&P 500)
  • Commodities (Rohstoffe, wie zum Beispiel Öl, Gold, Silber, Gas oder auch Getreide)

Standardisierung des Futures

Future Kontrakts sind international standardisiert und werden an unterschiedlichen Börsen gehandelt.

Wichtig zu verstehen sind die unterschiedlichen Kontraktgrößen bei Futures. So sind diese je nach Basiswert völlig unterschiedlich. Während ein Future auf Crude Oil immer 1.000 Barrels entspricht, handelst du mit einem Future auf Natural Gas 10.000 mmBTu Einheiten (million British thermal units). Dies ist enorm wichtig zu verstehen, solltest du Future Optionen handeln. Während sich bei Aktienoptionen eine Option immer auf 100 Basiswerte bezieht, wird bei Futures die entsprechende Kontraktgröße herangezogen.

Neben der Kontraktgröße ist auch das Gut bzw. die Ressource genau definiert und die Handelswährung fest geschrieben. Der Handel des jeweiligen Futures in der entsprechenden Handelswährung findet in fest definierten Tick-Größen statt. Diese unterscheiden sich von Future zu Future.

Handel des Future Kontrakts an der Börse

Futures werden an der Terminbörse gehandelt. Einige der größten Terminbörse sind die CME Group in Chicago, die Eurex mit Sitz in Eschborn, die NYSE Euronext in New York und die CBOE in Chicago. Zusammen wickeln diese Börse über 9 Mrd. EUR an Handelsvolumen jährlich ab.

Aufgrund des Handels der Futures an den Börsen unterliegen diese während ihrer Laufzeit entsprechenden Schwankungen, die durch Angebot und Nachfrage im Markt erzeugt werden. Fällt so aufgrund einer Dürreperiode die Getreideernte aus, wird das Angebot am Markt deutlich verknappt. Diese Verknappung trifft auf eine höhere Nachfrage. Darauf reagieren die Futurepreise entsprechend und der Future wird aufgrund der Nachfrage, die auf geringeres Angebot trifft teurer.

Unsicherheiten am Future Markt führen somit zu höheren Volatilitäten. Diese Volatilitäten der Futures können wir uns als Optionsverkäufer natürlich wieder zunutze machen und höhere Prämien generieren.

Contango vs. Backwardation

Nun entstehen, bedingt durch die unterschiedlichen Laufzeiten der einzelnen Future Kontrakte, unterschiedliche Preise der jeweiligen (Monats-)Futures. Der Future Kontrakt auf Crude Oil (/CL) ist üblicherweise im aktuellen Monat günstiger, wie der Future im Folgemonat. Der Markt preist hier die sogenannten Cost Of Carry ein. Hierzu gehören Lager und Finanzierungskosten, die den Ölpreis für eine zukünftige Lieferung verteuern.

Future im Contango

Ist der Future im Folgemonat teurer, wie im aktuellen Monat, so nennt sich diese Situation im Fachjargon Contango. Beim Contango steigen die Preise, für die Future Kontrakte, je weiter das Lieferdatum des Kontrakts in der Zukunft ist.

Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Future Kontrakte sich in Backwardation befinden. Damit drehen sich die Preise der Futures über die Monate um. Kurzfristig fällige Future Kontrakte werden zu einem höheren Preis gehandelt wie langfristige Future Kontrakte. Am Beispiel Crude Oil (/CL) kann eine Backwardation zum Beispiel dann entstehen, wenn es kurzfristige Lieferengpässe gibt.

Future in Backwardation

Wird ein Lieferengpass im Markt erwartet, so steigen die Preise der Futures mit kurzfristigen Laufzeiten schlagartig in die Höhe. Beispiel dafür sind kürzliche Angriffe auf eine Ölfabrik in Saudi-Arabien oder die Sperrung der Straße von Hormus, durch die ein nicht unerheblicher Teil des weltweiten Öls per Schiff transportiert wird.

Future Optionen (FOPs)

Nun gibt es die Möglichkeit auch Optionen auf Futures zu handeln. Wie eingangs erwähnt, bietet Optionen auf Futures die folgenden Vorteile:

  • Diversifizierung zum Aktienmarkt
  • Margin ist deutlich geringer als bei Aktienoptionen (SPAN Margin)
  • Return on Capital (RoC) ist deutlich höher, als bei Aktienoptionen
  • Hohe Liquidität und somit sind die Spreads sehr gering.

Neben den Vorteilen haben Future Optionen natürlich auch Nachteile. Aufgrund des großen Hebels bei Futureoptionen, ist ein akribisches Risikomanagement und harte Verlustbegrenzung unumgänglich. Handelst du beispielsweise eine Futureoption auf Crude Oil (/CL), so entspricht dies 1000 Barrels Öl. Bei einem Ölpreis von aktuell um die 56 USD Dollar entspricht der hinter der Option liegende Wert, den du handelst, 56.000 USD!

Weitere Nachteile von Future Optionen sind:

  • Höheres Risiko aufgrund stark gehebelter Positionen
  • Berechtigung für das Handeln von Future Optionen beim Broker notwendig
  • Saisonalitäten des Basiswertes sollten beachtet werden

Chris

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4 Gedanken zu “Eine kurze Einführung in Futures und Futureoptionen

  1. Hallo Chris,

    ich finde Deine Strategien sehr interessant, v.a. der Handel mit FOP. Hier würde ich Dich gerne fragen, nach welchen Kriterien Du die Strikes auswählst – aufgrund des Deltas bzw. des Sigmas, oder ziehst Du auch technische/fundamentale Kriterien zu Rate?

    Viele Grüße,
    Eric

    1. Hi Eric,

      bei FOPs auf Crude Oil handele ich aktuell nur Delta 10 oder kleiner. Bei Natural geht geht ich gerade auf der Call Seite noch weiter raus.m Richtung Delta 5. Außerdem schaue ich mir natürlich auch den Chart an und time damit die Einstiege.

      Beste Grüße
      Chris

      1. Hallo Chris,

        danke für die Info. Macht Sinn, gerade in NatGas gibt es ja öfters mal einen Spike.
        Wäre schön, wenn Du Deine Strategie dazu (Laufzeiten, Einstieg als Strangle oder Solo-Option, Adjustierung, etc.) in einem Artikel weiter beschreiben könntest.

        Viele Grüße und noch viele gute Trades,
        Eric

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