Drei Möglichkeiten das Risiko eines Optionstrades zu bestimmen

Im letzten Artikel habe ich erläutert, wieso die Bestimmung der Positionsgröße beim Handeln an der Börse so wichtig ist. Kurz zusammen gefasst, geht es beim Handeln an der Börse immer um Risikominimierung und darum, auch längere Verlustserien überleben zu können. Wenn du also mit zu viel Risiko bezogen auf deine Kontogröße handelst, wirst du längere Verlustserien nicht überstehen. Daher ist es essenziell sich mit dem Thema Positionsgröße auseinander zu setzen. Dies ist ein essenzieller Bestandteil des Moneymanagement.

In diesem Artikel soll es nun darum gehen, was für Möglichkeiten es gibt, die Positionsgröße zu bestimmen. Dies natürlich immer unter Berücksichtigung deiner Kontogröße.

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Wie viel Risiko pro Position darf es sein?

Bevor du einen Trade eröffnest, solltest du dir also immer die Frage stellen:

Wie viel Risiko möchte ich pro Position eingehen? 

Hierbei kann es sich um einen festen Betrag pro Trade handeln, oder aber um einen festen Prozentwert bezogen auf die aktuelle Kontogröße. Des Weiteren wäre aber auch eine dynamische Risikotoleranz bezogen die aktuelle Marktsituation und das Risiko am Markt möglich.

Wir erinnern uns: Nur wenn wir das Risiko pro Position klein halten, überleben wir auch Verlustserien. Diese treten zwar selten ein, aber wenn sie eintreten und wir unser Moneymanagement nicht im Griff haben, kann es sehr schnell vorbei sein mit dem traden.

Schauen wir uns also nun drei Möglichkeiten an, mit denen du anschließend deine Positionsgröße bestimmen kannst.

Einen festen Betrag riskieren

Die erst Möglichkeit wäre es pro Position immer einen festen Betrag zu riskieren. Angenommen du verfügst über eine Kontogröße von 10.000 EUR mit der du handelst. So könntest du für dich definieren maximal 500 EUR pro Position zu riskieren. In diesem Fall könntest du zwanzigmal hintereinander verlieren, bis dein Konto vollständig aufgebraucht ist. 500 EUR wären in diesem Fall 5 % Risiko bezogen auf dein Konto. Diese 5 % sind aus meiner Sicht aber sogar viel zu groß und ich empfehle dir hier mit 1 % – 2 % Risiko in den Trade zu gehen. Somit also maximal 100 EUR bis 200 EUR pro Position zu riskieren. Damit könntest du dann 50-100 Mal hintereinander verlieren, bis du dein ganzes Kapital verloren hast. Und dies ist fast unmöglich. Zumindest wenn du eine Tradingstrategie handelst, die einen positiven Erwartungswert hat.

Einen fixen Prozentwert der Kontogröße riskieren

Die zweite Möglichkeit ist es, immer einen festen Prozentwert bezogen auf dein gesamtes Tradingkapital riskieren. Auf den ersten Blick unterscheidet sich diese Option nicht von der ersten. Jedoch gibt es hier einen entscheidenden Vorteil. Denn dein Risiko und somit deine Positionsgröße, wie wir gleich noch sehen werden, wächst mit deiner Kontogröße. Umgekehrt wird dein absolutes Risiko und deine Positionsgröße kleiner, wenn dein Konto schrumpft.

In der Praxis riskierst du bei dieser Option immer 1 % – 2 % deines gesamten Tradingkapitals. Diesen Betrag berechnest du vor jedem Trade. So startest du zum Beispiel mit 10.000 EUR und riskierst am Anfang 2 % also 200 EUR.  Wächst dein Konto auf 15.000 EUR so riskierst du weiterhin 2 %. Diese 2 % sind aber nun 300 EUR und du kannst eine größere Position eröffnet und somit auch mehr Gewinne einfahren. Umgekehrt riskierst du nur 100 EUR, sollte dein Konto auf 5.000 EUR geschrumpft sein.

Das Risiko an den aktuellen Markt dynamisch anpassen

Diese dritte Möglichkeit ist eine Kombination aus den vorherigen Optionen, basierend auf deiner Kontogröße und dem Marktumfeld. Angenommen du verkaufst Put Optionen auf Aktien und gehst somit davon aus, dass der Basiswert einen bestimmten Kurs nicht unterschreitet. Nun könntest du mithilfe einer Morgenroutine die Lage am Aktienmarkt z.B. mit einem Market Breadth Monitor überprüfen und für dich Folgendes festlegen.

Befinden sich alle großen Indizes in einem Aufwärtstrend  (z.B. muss der Kurs hier jeweils über dem 50er gleitenden Durchschnitt sein) und es besteht keine extreme Gier, so riskierst du 2 % deines Tradingkapitals pro Trade.

Bei extremer Gier reduzierst du dein Risiko auf 1 %, da du z.B. von einer größeren Korrektur ausgehst.

Oder du riskierst nur 0,5 %, wenn der Aufwärtstrend gebrochen wird, du aber trotzdem im Markt bleiben willst.

Dies war nur eine von hunderten Möglichkeiten, das Risiko dynamisch an den Markt anzupassen. Ich hoffe, es ist herübergekommen, worauf ich hinaus will. Du solltest du hier deine eigene Strategie zurechtlegen. Damit kannst du das Risiko dann dynamisch an die aktuelle Stimmung am Markt anpassen.

Die Positionsgröße anhand des maximalen Risikos bestimmen

Im nächsten Artikel dieser kurzen Artikelserie schauen wir uns an, wie wir nun die Positionsgröße bei Optionstrades, speziell bei Stillhaltergeschäften anhand des maximalen Risikos bestimmen. Hierbei zeige ich dir, den Umgang bei Optionsstrategien mit begrenztem aber auch mit unbegrenztem Risiko.

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Chris
 

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