Die Wichtigkeit der Positionsgröße beim Trading

Gerade Anfänger kaufen oder verkaufen wie wild an der Börse Aktien und Optionen. Dabei achten sie erst gar nicht auf das Risiko, was sie sich pro gehandelter Position aussetzen. Das viel zu hohe Risiko zeigt sich unter anderem durch einer viel zu großen Positionsgröße, also dem Verhältnis zwischen dem Wert der eröffneten Position und der Kontogröße.

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wieso die Positionsgrößenbestimmung beim Trading überlebenswichtig ist. Dabei ist es völlig egal, ob du Aktien, Kryptowährungen oder Optionen handelst. Denn am Ende geht es immer darum langfristig an der Börse zu überleben und auf Sicht kein Geld zu verlieren.

Wieso die Bestimmung der Positionsgröße so wichtig ist

Bevor wir im nächsten Artikel zur Umsetzung kommen, möchte ich dir kurz beschreiben, wieso das Bestimmen der Positionsgröße vor der Eröffnung des Trades so wichtig ist.

Beim Handel an der Börse handeln wir unsere Meinung über einen bestimmen Markt, Basiswert oder Anlage. Niemand kann 100 % vorhersagen, ob wir bei dem nächsten Trade als Gewinner oder Verlieren herausgehen. Aber am Ende geht es immer nur um eines. Mehr Geld zu verdienen, wie zu verlieren. Und so kommt es vor, dass wir nicht nur einen Verlusttrade, sondern gleich mehrere Verlusttrades hintereinander erzielen. Diese Verlustserie kann sich mehrfach fortsetzen. Natürlich wird die Wahrscheinlich geringer, je länger eine Verlustserie ist. Doch wir müssen alles uns in der Macht Stehende tun, um unser Konto vor dem Totalverlust zu schützen.

Wie kann es nun in der Praxis aussehen und was passiert, wenn ein Börsenneuling eine viel zu große Positionsgröße handelt?

Schauen wir uns dazu nun ein Beispiel an.

Ein Beispiel für fehlendes Moneymanagement

Angenommen du bist Optionshändler, der mit dem Verkauf von Optionen regelmäßig Cashflow und Einkommen generieren möchte. Das Beispiel zielt hier also genau auf uns Stillhalter ;-).

Ein fast perfekter Trade

Du siehst im Chart das die Wirecard Aktie gerade in einem Aufwärtstrend ist und glaubst auch an dessen Fortsetzung. Auch die implizite Volatilität ist ausreichend hoch. Also suchst du in der Optionskette nach passenden Put Optionen. Da du sehr Optimistisch bist, verkaufst du einen Put für 8 EUR sehr nahe am Geld und du nimmst erstmal 800 EUR ein. Deine persönliche Handelsstrategie fordert den Put spätestens bei 200 % Verlust zurückzukaufen (200 % Regel).

Es kommt anders als geplant

Rein charttechnisch spricht nichts gegen, dass die Aktie weiter steigt. Doch es kommt anders als geplant und die Financial Times bringt einen Artikel über eine angeblich falsche Bilanzierung von Wirecard, sodass der Aktienkurs einbricht. Am nächsten Tag schnellt der Kurs deines Puts in die Höhe, sodass du den Trade bei ca. 200 % Verlust schließt. Nun hast du einen Verlust von 1.600 EUR realisiert. Dein Konto ist nun auf 8.400 EUR eingebrochen.

Dem Markt werde ich es zeigen

Nun denkst du dir: “Ok, dem Markt werde ich es zeigen. Nochmal passiert so was nicht” und rollst den Put nach unten. Wieder gehst du eine zu hohe Positionsgröße für dein Konto ein. Du nimmst diesmal sogar 1.000 EUR Prämie ein, da die implizite Volatilität auch angestiegen ist. Und wieder kommt es anders als geplant. Die Financial Times schießt nochmal nach und liefert angebliche Beweise für die Bilanzfälschung. Die Aktie von Wirecard öffnet mit einer Kurslücke und dein Put ist ganze 300 % im Minus. Dir bleibt nichts anders übrig, als die Position wieder zu schließen und den Verlust von 3.000 EUR zu realisieren. Dein Konto steht jetzt bei 5.400 EUR nach nur zwei Trades! Ein kleiner Black Swan ist hier eingetreten.

Was ist also passiert?

Dies waren jetzt zwei extreme Beispiele, die zeigen, wie schnell das Konto kleiner werden kann. Die Positionen waren für das kleine Konto viel zu groß! Nach nur 3-4 Verlusttrades dieser Größe wäre das ganze Konto ausgelöscht worden. Ganz zu schweige davon, dass es hätte auch vorher zu einem Margin-Call kommen können, wenn die Margin aufgrund anderer offenen Positionen auf dem Konto nicht ausreicht.

Gerade wenn wir mit dem Verkauf von Optionen die Wahrscheinlichkeiten handelt, kann es immer eine Serie an Trades geben, die einzeln betrachtet nicht der Wahrscheinlichkeit entsprechen, die wir handeln. Angenommen wir verkaufen Puts mit einem Delta von 0,2. So gehen wir davon aus, dass dieser Trade mit 80 % wahrscheinlich für uns als Gewinner endet. Doch wir sollten immer bedenken, dass diese Wahrscheinlichkeit sich immer nur langfristig einstellt! Somit kann es durchaus längere Verlustserien geben, die auf das Konto einschlagen.

Nur wer also viele Positionen mit jeweils passendem Risiko zu seiner Kontogröße eröffnet, wird in langfristig erfolgreich mit dem Optionsvekauf Geld verdienen.

Chris
 

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