Die Vorteile von Optionen gegenüber Aktien

Vorteile von Optionen

Unter Aktien kann sich so ziemlich jeder etwas vorstellen. Indem man eine Aktie erwirbt, erwirbt man auch einen Teil eines Unternehmens. Von Aktien hört man in den Medien, aber auch von der Bank.

Optionen dagegen werden, wenn sie Leuten überhaupt ein Begriff sind, als extrem spekulativ eingestuft. Sie verbinden Optionen mit reinem Zocken und Würfeln. Je nach Ausgang gewinnt, oder verliert man, so heißt es. Was sie dabei vergessen ist, dass auch Aktien reine Zockerinstrumente sind, wenn keine Strategie und kein Moneymanagement betrieben wird.

Optionen hingegen bieten gegenüber direkten Aktieninvestments bzw. gegenüber direkter Aktientrades viele Vorteile. Drei dieser Vorteile erläutere ich im folgenden Beitrag.

#1: Ich muss die Marktrichtung nicht kennen, um Geld zu verdienen

Schauen wir uns einmal einen Beispiel Trade mit Aktien an.

Ich kaufe 100 Aktien zum Preis von 50 EUR und investiere somit 5000 EUR. Handele aus einem Margin Depot heraus, werden mir 50% dieser Summe, also 2500 EUR als Maintenance Margin geblockt, um diese Positionen aufrecht zu erhalten.

Nun gibt es drei Möglichkeiten. Der Kurs der Aktie steigt, der Kurs der Aktie fällt oder der Markt bewegt sich seitwärts und und der Kurs der Aktie bleibt (annähernd) gleich.

Angenommen der Kurs der Aktie steigt in einem Monat auf 55 EUR. Verkaufe ich nun meine kompletten Aktien, so habe ich damit 500 EUR Gewinn erwirtschaftet. Fällt der Kurs in dieser Zeit auf 45 EUR und ich verkaufe alle Aktien, so habe ich 500 EUR Verlust erzielt. Im dritten Fall, dem Seitswärtsmarkt, verliere noch gewinne ich Geld. Durch die Kauf- und Verkaufsgebühren gehe ich aber vermutlich mit einem leichten Verlust aus dem Trade heraus.

Lassen wir Dividendenerträge mal außen vor, so gibt es nur einen von drei Fällen, bei dem du mit Aktien Geld verdienen kannst. Nämlich dann wenn die Aktie in die Richtung läuft, auf die du spekulierst: Nach oben bei Long-Trades und nach unten bei Short-Trades.

Im Gegensatz zu Aktien gewinne ich bei Optionen in zwei von drei Fällen. Nämlich genau dann, wenn der Strike des verkauften Puts nicht unterschritten und der Strike des verkauften Calls nicht überschritten wird. Dabei kann sich sogar Kurs des Basiswertes zum Strike hin bewegen. So lange die Optionen nicht im Geld ist, erzeuge ich positiven Cashflow.

#2: Die Zeit arbeitet für mich

Optionen sind Terminkontrakte und weisen somit ein zeitliche Komponente auf. Diese zeitliche Komponente spiegelt sich in der Kennzahl Theta (siehe auch die Griechen) der Option wieder.

Als Optionskäufer arbeitet die Zeit gegen mich. Mit jedem Tag, der verstreicht, verliert die Optionen an Wert. Tritt als Optionskäufer also die gewünschte Marktbewegung nicht ein, so kann unter Umständen der Verlust mit jedem Tag größer werden.

Als Optionsverkäufer (Stillhalter) arbeitet die Zeit für mich. Ich profitiere vom Zeitwerverfall der Option. Jeden Tag, den ich die Option short bin (also verkauft habe), verliert die Optionen an Wert. Mein Ziel ist es, die Optionen möglichst günstig zurück zu kaufen.

Zum Ende der Optionslaufzeit nimmt der Zeitwertverfall deutlich zu. Dies ist auch der Grund wieso ich versuche nur Optionen zu verkaufen und zu schreiben die maximal sechs Wochen Restlaufzeit aufweisen.

Aktien dagegen müssen in die gewünschte Richtung laufen, ansonsten gehe ich leer aus und bleibe im besten Fall nur auf den Transaktionskosten sitzen.

#3: Die Wahrscheinlichkeiten sind auf meiner Seite und die Trefferquote ist hoch

Kommen wir noch zu einem weiteren Vorteil, den Optionstrader haben. Ich kann die Wahrscheinlichkeit, mit der die Option am Ende der Laufzeit im Geld liegen wird, beim handeln der Option selber beeinflussen. Ausschlaggebend ist hier das Delta der Option.

Mein Ziel ist es Optionen mit einem Delta kleiner als 0,2 zu schreiben. Dies bedeutet vereinfacht nichts anderes, als das eine maximal 20%ige Wahrscheinlich besteht, dass die Option am Ende der Laufzeit im Geld liegt und mir damit unter Umständen Verluste beschert.

Mit mindestens 80% Wahrscheinlichkeit verfällt die Option aber am Ende der Laufzeit und ich kann die Optionen bereits vorher mit Gewinn zurück kaufen (bei Delta<=0,2).

Als Optionshändler kann ich also selber beeinflussen, wie groß meine Trefferquote sein wird. Damit ich die Wahrscheinlichkeiten aus dem Delta erreiche, ist eine entsprechende hohe Anzahl an Trades notwendig. Bei nur einer Hand voll Trades, kann die Trefferquote deutlich von dem Delta abweichen. Langfristig gemessen stellt Delta jedoch die Wahrscheinlichkeit dar, mit der die Option am Ende der Laufzeit im Geld liegt.

Die meisten Tradingstrategien mit Aktien, die ich kenne, weisen deutlich (meistens unter 50%) geringere Trefferquoten auf. Dies ist gerade physiologisch eine Herausforderung, da man stetig mit Verlusttrades zu kämpfen hat. Ich persönlich kann jedenfalls damit leben, nach vier Gewinnern auch mal einen Verlierer dabei zu haben.

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