Der Chaikin Money Flow Indikator

Chaikin Money Flow - der Veroptionierer

Der Chaikin Money Flow ist ein technischer Indikator, der von Marc Chaikin entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um einen recht unbekannten Indikator, der, wenn er richtig angewendet wird, sehr gute Dienste für Optionshändler leisten kann.

Ich nutze den Chaikin Money Flow neben den gleitenden Durchschnitten hauptsächlich, um die Stärke eines Trends oder um Wendepunkte zu antizipieren. Wir wollen uns in diesem Beitrag erstmal anschauen, was der Indikator macht und wie er arbeitet.

Was die Kurse bewegt: Kaufdruck vs. Verkaufsdruck

Damit Handel zustande kommt, muss es immer mindestens einen Käufer und Verkäufer geben. Die oft in den Medien kommunizierte Aussage “Es wurden heute mehr Aktien gekauft wie verkauft” ist technisch nicht möglich”. Wie soll denn jemand 10 Aktien kaufen, wenn nicht jemand anderes genau diese 10 Aktien auch verkauft? Das nur so am Rande ;-).

Die Summe dieser Transaktionen ist dann das Handelsvolumen bzw. die Anzahl der gehandelten Aktien / Optionen.

Die Kursrichtigung wird immer von Angebot und Nachfrage bestimmt. Gibt es im Markt mehr Angebot wie Nachfrage, so entsteht ein Überangebot. Der Verkaufdruck. Der Marktpreis sinkt nun, da die Verkäufer günstiger Verkaufen müssen, um Ihre Anteile abzustoßen. Dies passiert so lange bis die Nachfrage wieder mindestens genau so groß wird, wie das Angebot. In diesem Fall stabilisiert sich der Kurs, da Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind.

Übersteigt die Nachfrage das Angebot, sind die Markteilnehmer bereit mehr zu zahlen und der Markpreis steigt. Es entsteht ein Kaufdruck. Dies erfolgt auch wieder so lange, bis die Nachfrage abnimmt und Angebot und Nachfrage gleich groß sind.

Stellst sich nun die Frage, wie man das Ganze mit Hilfe eines Indikators transparent machen kann.

Messen der Geldflussrichtung mit dem Chaikin Money Flow

Hier kommt der Chaikin Money Flow Indikator ins Spiel. Der Indikator misst den Kaufdruck und Verkaufdruck, also die Akkumulation und die Distribution des Basiswertes. Um den Geldfluss sichtbar zu machen stellt dieser die Geldströme als eine Art Oszilator dar, der theoretische Werte zwischen +1 und -1 annehmen kann.

Dazu berechnet er die Lage des Schlusskurses in einem Handelszeitraumes (zum Beispiel an einem Tag) über einen bestimmten Gesamtzeitraum (zum Beispiel in den letzten 20 Handelstagen). Da das Handelsvolumen zur Beurteilung des Kauf- bzw. Verkaufsdruckes hier eine große Rolle spielt, fließt das Handelsvolumen hier mit ein.

Die Berechnung besteht aus drei Teilen:

  1. Berechnen des Geldflussfaktors
  2. Einbeziehung des Handelsvolumens
  3. Glättung über einen fest gelegten Zeitraum und berechnen des CMF

Den Chaikin Money Flow Indikator stellt aber jede professionelle Handelsplattform im Standard zur Verfügung, so dass die technischen Hintergründe hier zu rein informativen Zwecken dienen.

Die Berechnung im Detail

Berechnung des Geldflussfaktors

Im ersten Schritt berechnet der Indikator die Lage der Schlusskurse bezogen auf die Tageshandelsspanne.

Klingt wieder komplizierter wie gedacht. Wir schauen uns das ganze bezogen auf Tageskurse an. Der Indikator berechnet hier folgendes:

Geldflussfaktor
=
[(Schlusskurs – Tagestief) – (Tageshoch – Schlusskurs)]
/ (Tageshoch – Tagestief)

Der erste Teil im Zähler berechnet also wie weit der Kurs vom Tagestief der bis zum Ende des Tages gestiegen oder gefallen ist. Dieser wird 0, sofern der Schlusskurs dem Tagestief entspricht.

Der zweite Teil im Zähler berechnet wie weit das Tageshoch vom Schlusskurs entfernt ist. Dieser Wert wird 0, sofern das Tageshoch dem Schlusskurs entspricht.

Die Differenz dieser beiden Faktoren wird dann auf die Kursspanne des Tages bezogen und entsprechend durch diese geteilt. Dieser Wert kann nur 0 werden, wenn das Tageshoch dem Tagestief entspricht, was bei liquiden Anlageklassen sehr unwahrscheinlich ist.

Der Geldflussfaktor wird also positiv, wenn die Differenz aus Schlusskurs und Tagestief größer ist, wie die Differenz aus Tageshoch und Schlusskurs. Im umgekehrten Fall wird der Faktor negativ.

Dieser Faktor verarbeitet im Wesentlichen also die Preisbewegung in der Handelspanne. 

Berücksichtigung des Handelsvolumen

Im nächsten Schritt bezieht der Indikator das Handelsvolumen dieser Handelsspanne ein. Für unser Beispiel handelt es sich um das Tagesvolumen des Basiswertes.

Somit berechnet der Indikator:

Geldflussvolumen
=
Geldflussfaktor x Tagesvolumen

Während der Geldflussfaktor die Preisbewegung berücksichtigt, verarbeitet das Geldflussvolumen das Handelsvolumen. Das Volumen wirkt hier als hier als Multiplikator.

Werte glätten und den Chaikin Money Flow (CMF) berechnen

Da das Geldflussvolumen in der vorherigen Berechnung tageweise hin und her springen würden (zickzack), wird der Indikator immer auf eine festgelegte Handelsperiode bezogen und geglättet. Im Standard handelt es sich hierbei um 20 Handelstage. Diese lassen sich aber in den professionellen Trading Plattformen frei einstellen. Ich selbst nutze auch den Chaikin Money Flow Indikator über 20 Tage.

Die Glättung erfolgt wie folgt:

CMF(20)
=
∑ Geldflussvolumen(Tag 1-20) / ∑ Handelsvolumen(Tag 1-20)

CMF steht hier für Chaikin Money Flow. Es wird also das Geldflussvolumen (siehe vorheriger Absatz) über die letzten 20 Handelstage aufsummiert und durch das Gesamtvolumen der letzten 20 Handelstage geteilt. Dadurch wird der Indikator entsprechend geglättet.

Chaikin Money Flow der-veroptionierer
Chaikin Money Flow der-veroptionierer

In einem nächsten Beitrag, schauen wir uns die Interpretationen des Chaiking Money Flow Indikators (CMF) an. Unter anderem werden wir sehen, wie man mit Hilfe des CMFs den Bruch von Unterstützungen und Widerständen antizipieren kann oder einen Ausbruch aus einer Konsolidierungszone mit hoher Wahrscheinlichkeit vorher sehen kann

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