Das Margin-Konto: Definition, Vorteile und Nachteile

Marginkonto

Heute schauen wir uns an was ein Margin-Konto ist, welche Vor- und Nachteile es bietet, sowie welche Margin-Typen es gibt. Margin ist grob gesagt erstmal nichts anderes wie eine Sicherheitsleistung, die du hinterlegen musst, um in einem Margin-Konto Börsengeschäfte zu tätigen. Gerade als Optionstrader benötigen wir ein Magin-Konto, um überhaupt Optionsgeschäfte tätigen zu können. 

Was ist ein Margin-Konto?

Wenn du bei einem Broker ein Konto eröffnest, so gibt es meistens zwei Möglichkeiten. Entweder du wählst ein Cash-Konto oder ein Margin-Konto.

Bei einem Cash-Konto wird für jede Transaktion immer genau der Betrag von deinem Konto genutzt, den die Transaktion wert ist.

Schauen wir uns ein Beispiel A einer Transaktion in einem Cash-Konto an. 
Du kauft 10 Aktien von Firma A. Eine Aktie von Firma xyz kostet aktuell 100 EUR. Also brauchst du mindestens 1000 EUR in deinem Account, um diese Aktien zu erwerben. Nach dem Kauf wird dein Cashbestand entsprechend um diese 1000 EUR abzüglich der Kaufgebühren reduziert.

Anders sieht das bei einem Marginkonto aus. Ein Margin-Konto berechtigt den Besitzer zum Kauf oder Verkauf, indem nur eine Sicherheitsleistung für die Transaktion hinterlegt bzw. geblockt wird. Dies führt dazu, dass deutlich größere Positionen gehandelt werden können, als mit dem reinen Cashbestand möglich wäre. 

Auch hierzu schauen wir uns ein Beispiel B einer Transaktion in einem Margin-Konto an.
Du kaufst die gleichen 10. Aktien der Firma xyz für 100 EUR pro Stück, wie aus dem oben genannten Beispiel. Durch die Transaktion werden nun 250 EUR in deinem Marginkonto geblockt. Somit könntest du vier mal so viele Transaktionen ausführen mit dem gleichen Kapital in einem Cash-Konto.

Welche Vorteile bietet ein Margin Konto?

Mehr wie nur Aktien handelbar

Zunächst ist es nicht möglich mit einem einfachen Cash-Konto Derivate zu handeln oder Leerverkäufe zu tätigen. So fallen die Möglichkeiten Optionen zu handeln, wie ich diese in meinem Blog beschreibe, mit einem Cash-Konto weg. Neben Optionen besteht die Möglichkeit mit einem Margin-Konto auch zum Beispiel Futures oder Währungen zu handeln, sofern das Konto dann auch für diesen Handel frei geschaltet ist.

Deutlich höhere Eigenkapitalverzinsung

Der größte Vorteil bei einem Margin Konto liegt aber Vervielfachung der Rendite, die mit einem Margin Konto möglich ist. Hierzu schauen wir uns nochmal die oben genannten Beispiele an.

Gehen wir davon aus, dass die gehandelte Aktie der Firma xyz kurzfristig um 10% steigt und wir diesen Gewinn realisieren. Um beide Kontotypen zu vergleichen, schauen wir uns nun die Eigenkapitalverzinsung bzw. den ROE (Return on Equity) an. Die Eigenkapitalverzinsung berechnet sich hier aus dem Gewinn geilt durch das eingesetzte Eigenkapital. Hierzu die Berechnungen der jeweiligen Beispiele:

Wir erzielen 100 EUR Gewinn mit dem Cash-Konto. In unserem Cash-Konto mussten wir 1000 EUR einsetzen, um 100 EUR Gewinn zu erzielen. Gemäß der oben beschriebenen ROE Berechnung ergibt sich die Rendite dann wie folgt.

100 EUR / 1000 EUR = 10% Rendite

Nun berechnen wir die Rendite, die wir erzielt hätten, wenn wir mit einem Margin-Konto handeln. Hier mussten wir nur ein Viertel unseres Kapitals einsetzen.

100 EUR / 250 EUR = 40% Rendite!

Wie wir an diesem Beispiel sehen, ersteht ein großer Hebel für unsere Eigenkapitalrendite, wenn wir mit einem Margin-Konto handeln.

Die Nachteile eines Margin-Kontos

Natürlich gibt es aus Nachteile, die aber aus meiner Sicht aber nicht gegen ein Margin-Konto sprechen. Vielmehr sind diese ein Nebeneffekt, den man einfach kontrollieren kann.

Nicht alle Broker bieten ein Margin-Konto an

Zunächst einmal bieten nicht alle Broker ein Margin-Konto an. So kannst du bei den Brokern der meisten großen deutschen Banken nur Cash-Konten eröffnen. Als Broker kann ich persönlich Lynx sehr empfehlen. Der (deutsche) Support ist herausragend und Lynx nutzt die Handelsplattform von Interactive Brokers. Weiterhin gibt es auch mobile Apps für iPhone und iPad. Um in den Genuss eines Margin-Kontos zu kommen, musst du dich somit fernab von deiner Hausbank nach einem entsprechender Broker umschauen.

Es wird in der Regel eine Mindesteinzahlung gefordert

Um ein Margin-Konto bei einem Broker zu eröffnen, musst du in der Regel eine Mindestsumme einzahlen. Damit stellt der Broker sicher, dass du über ein entsprechendes Kapital verfügst, um auch Geschäfte auf Margin zu tätigen. Bei Lynx sind dies mindestens 2.000 EUR. Bei anderen Broker kann dies aber auch schon 6.000 EUR oder mehr sein. Gleichzeit wird oft ein Mindestalter von mindestens 21 Jahren vorgeschrieben.

Hoher Hebel = höheres Risiko?

Der Hebel, der bei Börsengeschäften auf Margin möglich ist, führt unter Umständen zu einem höheren Risiko. Gerade Anfänger neigen dazu zu “übertraden” und zu große Positionen zu handeln. Dies führt schnell dazu, dass die Sicherheitsleistung (Margin) aufgrund vieler Positionen schnell fast dem gesamten Cashbestand entspricht.

Da die Margin, gerade auch im Fall von Optionen, tagesaktuell berechnet wird, kann die Marginanforderung gehaltener Positionen unter Umständen schnell wachsen. Gerade dann, wenn eine Option ins Geld läuft, wird die Margin-Anforderung größer. Daher ist es beim Handel auf Margin immer wichtig, niemals zu viele Positionen gleichzeitig zu eröffnen. Meine persönliche Grenze für die Auslastung liegt hier ungefähr bei maximal 50%.

Ersteinschuss-, Mindestenseinschuss- und Reg-T Margin

Der Broker berechnet für eine Position im Margin-Konto unterschiedliche Margin-Typen, um das Risiko für sich zu minimieren. Gängig hierfür ist die Ersteinschussmargin, Mindesteinschussmargin und die Reg-T Margin.

Die Ersteinschussmargin wird benötigt, um neue Positionen zu finanzieren. Ist die Transaktion nun abgewickelt, so kommt die Mindesteinschussmargin ins Spiel. Diese wird nun vom Broker geblockt, um das Wertpapier oder Derivate zu halten.

Solltest du die Position auch über Nacht halten und nicht als Day Trader agieren und die Position untertags wieder verkaufen, so wird eine Reg-T Margin gefordert.

Im folgenden Artikel gehe ich noch näher auf die einzelnen Margintypen ein. Ich zeige dir, wie du das ganze auf Optionen anwendest und rechne Beispiele vor, wie du die Margin von Optionstrades bestimmst.




Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere